PARADISE LOST - Urväter der Verschmelzung von Metal und Gothic und somit Wegweiser und Vorbilder in der Metal-Szene über Jahre hinweg. Seit fast genau 20 Jahren entführen uns die Briten in die Düsternis, in Moll-Landschaften und Melancholie.
Ein Interview mit Greg Mackintosh, seines Zeichens Haupt-Songwriter und Komponist gleicht einem Traum, den ich vor 15 Jahren nie zu Träumen gewagt hätte - aber er wurde vor dem Konzert in der Saarbrücker GARAGE (Bilder und Bericht ) tatsächlich wahr.
Dementsprechend wuchs die Nervosität vor dem Zusammentreffen mit Greg. Aber mit einem Angebot eines Käffkens (heiß, schwarz und lecker, Junge!) wurde mir diese fast schlagartig genommen.

live_20080221_0227.jpg Brix: Hallo Greg! Ich muss sagen, daß ich sehr stolz bin, dich hier treffen  und eure Show hier in meiner Heimatstadt sehen zu können! Das letzte Mal, daß PARADISE LOST hier im Saarland zu Gast waren, war um 1994 rum auf der Icon-Tour zusammen mit CROWBAR. Das ist verdammt lange her...

Greg: Ehrlich? Stimmt, das ist tatsächlich ne Weile her! Ich hoffe, es wird heute Abend dafür eine gute Show. Ich weiss ja nicht, wieviele Tickets bereits abgesetzt wurden, aber wir werden unser Bestes geben!

Brix: Ich habe euch damals in Völklingen gesehen und ein Jahr später 1995 auf dem Jubiläums-DYNAMO-Festival vor über 100 000 Zuschauern...war das gewissermaßen der Höhepunkt eurer Karriere? 

Greg: Ach ja, das "große" DYNAMO...hm, das war schon eines der größten Festivals, auf dem wir jemals spielen durften. Es war ausserdem das größte Festival seiner Zeit, nicht einmal die Veranstalter rechneten mit einem derartigen Zuschauerzuspruch.
Für uns hat damals einfach alles gepasst: Alle unsere alten Freunde von ANATHEMA, MY DYING BRIDE und TYPE O NEGATIVE waren auf dem Festival und bei unserem Gig backstage. Das schaffte zusätzlich eine gute Atmosphäre und ich erinnere mich sehr gerne daran zurück.

Brix: Das geht mir ebenso. Das war für mich das erste große Festival, und dann noch mit diesem super geilen Line-Up...aber das ist lange her...
Zurück in die Gegenwart: Ihr seid ja momentan als Support von HIM unterwegs, spielt aber 2 Single-Shows hier und in Stuttgart. Gibt es da größere Unterschiede? 

Greg: Schon! Vor allem, was das Publikum anbetrifft! Bei HIM sind hauptsächlich kleine Mädchen im Publikum, aber dafür sie sind sehr höflich: Nach jedem Song gibt es Appalus, auch wenn sie dabei jetzt nicht gerade ausflippen. Aber der Zuspruch für uns ist doch relativ gut. Gestern Abend waren ne Menge Leute wegen uns vor Ort.
Auf den Shows mit uns als Headliner ist das schon anders: Es kommen hauptsächlich männliche Fans, mal jünger, mal älter. Auch generell ist das Publikum mehr durchmischt. Es macht aber trotzdem Sinn, so eine Tour mit HIM zu fahren, um auszuprobieren, wie unsere Musik bei diesen Leuten ankommt. Natürlich haben wir das Set dafür ein wenig geändert...gestern haben wir beispielsweise "Never for the Damned" ausprobiert, aber das war den HIM-Fans wohl zu heavy...es hat den kleinen HIM-Girls Angst gemacht (lacht).

Brix: Aber das werdet doch hoffentlich heute Abend ändern!

Greg: Sicher, heute Abend ist der Song dabei.

Brix: Was ziehst du persönlich vor? Die alleinigen Shows mit den eingefleischten Fans oder die neue Erfahrung bei einem Support?

Greg: Wenn ich recht überlege: Die Single-Shows. Da können wir frei aussuchen, welche Songs wir spielen wollen und können die Show so gestalten, wie wir es uns vorstellen. Support-Shows sind ein feiner Weg, neue Fanschichten zu erreichen und man hat weitaus weniger Druck. Dieser liegt dann auf dem Headliner. Wenn HIM bespielsweise das Konzert nicht ausverkaufen, ist es nicht dein Fehler!

live_20080221_0204.jpg Brix: Ihr seid mit PARADISE LOST nun schon fast 20 Jahre unterwegs, wie wird die Feier zum Jubiläum ausfallen? 

Greg: So hundertprozentig wissen wir das noch gar nicht. Aber wir werden eine kleine Europa-Tour in ausgewählten Städten machen mit genauso ausgesuchten Support-Acts. Da ist bisher noch nichts fix, aber die Planungen laufen schon. Jedenfalls wollen wir etwas ganz spezielles aufziehen.

Brix: Was denkst du, wie es lange PARADISE LOST geben wird? Weitere 20 Jahre?

Greg: Das kann ich nicht vorraussagen. Wir hatten nie im Traum daran gedacht, dass wir überhaupt 20 Jahre schaffen würden. Die Zeit verging so schnell...ausserdem haben wir auch noch kein Live-Album in dieser langen Zeit aufgenommen, dafür wird es auch mal Zeit.

Brix: Stimmt, das wäre mal was! Euer Line-Up war die 20 Jahre über auch sehr stabil, nur die Drummer-Position änderte sich zweimal. Habt ihr eigentlich noch Kontakt zu den vorherigen Schlagzeugern? 

Greg: Zu unserem ersten Drummer Matthew (Archer) auf jeden Fall. Er hatte leider Probleme mit dem wachsenden Druck, als wir und unsere Shows immer grösser wurden. Wenn er damit zurechtgekommen wäre, wäre er sicher immer noch in der Band! Er ist immer noch einer unserer ältesten Freunde und wir treffen uns immer noch. Aber Lee (Morris), unser zweiter Drummer, hat irgendwann den Verstand verloren...ihn treffen wir nicht mehr...der ist wirklich total durch! Das kann dieser Job auch aus dir machen. 

Brix: Wenn ihr auf eure Anfänge zurückblickt und dies mit den heutigen Zeiten vergleicht: Was hat sich im Business alles verändert? War es vor 10-20 Jahren besser als heute?

Greg: Es ist heutzutage viel schwerer! Als wir damals anfingen, gab es in jedem Rock-/Metal-Subgenre gerade mal eine Handvoll Bands, die wirklich bekannt waren. Du wusstest genau, welche Band dir gefiel und welche nicht. Du wussest, mit wem es lohnen würde zu touren und mit wem nicht, das war alles weitaus simpler.
Heute gibt es unzählige Bands und du musst dir erst einen Haufen Müll anhören, bevor du entscheiden kannst, wer die richtige Wahl sein könnte. Ausserdem vermisse ich die Innovaton in der heutigen Musik. Es geht den Bands scheinbar nur noch darum, möglichst viele Platten abzusetzen, anstatt das zu geniessen, was sie tun mit der Musik.
Für uns war die Band am Anfang ein Hobby, und das ist sie heute immer noch, da wir gerne miteinander abhängen, umher reisen und Musik machen.
Ein Großteil der jungen Bands, die ich kennengelernt habe, machen aus den falschen Beweggründen Musik: "Wir wollen berühmt werden, so und so viele Scheiben verkaufen, auf diesem Titelblatt landen" usw. Das ist in meinen Augen der falsche Weg. Man sollte es aus Spass an der Freude tun - sollte man dann viele Platten verkaufen, ist das natürlich schön so.
Dann diese Download-Sache: 90% der Einkünfte im Musikbusiness sind einfach weg! Vor 6 Jahren lag die bestverkaufteste CD weltweit bei 30-40 Millionen verkaufter Einheiten. Heute sind es gerade noch 3-4 Millionen! Das ist schon Wahnsinn.

Brix: Ja, der Trend geht heutzutage immer mehr in Richtung Internet: Sei es durch Downloads,  Myspace oder Sonstiges.

Greg: Das ist traurig. Ich komme noch aus einer Generation, bei der man sich bei einer neuen CD auf das Booklet, das Lay-Out usw gefreut hat. Das machte es erst komplett. Das war alles vor der grossen Internetverbreitung. Man wusste über die Bands nicht viel, wusste nicht, was sie denken, wie sie aussehen usw. Das kam dann alles im Tonträger zusammen. Das vermisse ich heute. Das ganze Mysterium, was eine Band dadurch ausmacht.
Aber man muss aber auch berücksichtigen, dass die Kids mit 16 oder 17 Jahren das nie so kennengelernt haben. Also vermissen sie es auch nicht. Das finde ich doch traurig.
Denn das ganze Lay-Out, das Package, Texte lesen gehörte doch dazu. Mir tut diese Entwicklung jedenfalls leid.

Brix: Ich denke da ähnlich. Mir ist es auch lieber das Original in der Sammlung stehen zu haben als ein wertloser Blanko.  

Greg: Eben das lässt doch die Musik haften..anders vergisst man doch gleich wieder, was man sich gerade angehört hat. Aber vielleicht ändert sich diese Entwicklung ja bald wieder, das hoffe ich zumindestens.

pl_in_requiem.jpg Brix: Ja, das hoffe ich genauso. Kommen wir zu eurem aktuellen Album "In Requiem". Meiner Ansicht nach ist die CD wieder musikalisch gesehen ein Schritt zurück zu euren Wurzeln: Sie ist härter, heavier, mit Double-Bass-Parts, Nick singt wieder aggressiver...wie kam es zu dieser Entwicklung? 

Greg: Wir hatten einfach lange Zeit nicht mehr solche Trademarks verwendet, ganz einfach! Wenn man etwas lange Zeit nicht mehr tut, bekommt man irgendwann wieder Lust darauf, es wieder zu tun. Vor ein paar Jahren hatten wir einfach kein Interesse mehr, auf diese Art zu spielen.
Vor den Aufnahmen zu "In Requiem" war es dann wieder aufregend, diese Sache auszuprobieren. Man muss manchmal einfach mal gewisse Dinge ruhen lassen, sonst ödet das einen mit der Zeit an.
Das Aufregende für uns war dann, daß das alte Feuer sofort wieder da war, als wir die härteren Sachen wieder einbrachten. Ich kann jetzt noch nicht sagen, ob wir so in Zukunft weitermachen. Keine Ahnung, wie es in 2 Jahren diesbezüglich aussieht.

Brix: Ich denke, die "alten" Fans habt damit glücklich gemacht. 

Greg: Ich weiss gar nicht, wieviele alten Fans es noch gibt ?!? Eine Band, die wie wir so lange dabei ist, kann das gar nicht richtig abschätzen. Du verlierst Anhänger, bekommst wieder Neue..dann läuft alles im Kreis ab und manchmal nicht...es ist nicht leicht einzuschätzen.

Brix: Wenn ihr euch den ganzen anderen Bands aus der düsteren Ecke, die jetzt schon lange dabei sind, wie z.B. ANATHEMA und MY DYING BRIDE gegenüberstellt: Jede Band hatte die gleichen Wurzeln, jede hat aber auch nach Experimenten auch wieder ihre Nische gefunden. Habt ihr mit den Jungs immer noch Kontakt, obwohl die musikalischen Entwicklungen so auseinander drifteten?

Greg: Ja, natürlich! Als wir anfingen, existierten diese Bands noch gar nicht. Aber zu unserer "Gothic"-Ära spielten wir mit Beiden, da lagen die gerade in ihren Anfängen. Und wir haben bis heute Kontakt guten Kontakt zu ihnen. Wir kennen die Leute von MDB nun seit wir 16 Jahre alt sind, von daher ist da imemr noch die alte Freundschaft vorhanden. Ich weiss auch, dass Nick (Holmes, Sänger von PL) fast täglich mit Danny von ANATHEMA per Messenger schreibt. Es sind immer noch unsere Freunde, yeah.

Brix: War es für euch als Künstler eigentlich sehr enttäuschend, daß die Fans ein Album wie "Host" ob seiner elektronischen Einflüsse abgelehnt haben? 

Greg: Nun, in gewisser Weise ist es enttäuschend, ja. Als wir "Host" aufnahmen, war uns schon bewusst, dass es kommerzieller Selbstmord bedeuten würde. Aber wir mussten einfach mal etwas anderes tun um nicht die ganze Band in Frage stellen zu müssen. Die wenigsten Leute verstanden, was wir damit bezweckten, das war die Enttäuschung daran. Man kann eben nie alle zufrieden stellen, das ist nahezu unmöglich. Das war bisher bei allem, was wir je getan haben, so.
Sogar bei den Aufnahmen zum ersten Album warfen uns Leute den Ausverkauf vor, da wir nun nicht mehr den Status einer Untergrund-Demo-Band hatten. Dann kam "Gothic" und die Leuten riefen "Ausverkauf" wegen dem weiblichen Gesang...es war also schon immer so gewesen.

Brix: Habt ihr jemals daran gedacht, PARADISE LOST aufzugeben?

Greg: Ein, zwei Mal schon, aber nie wirklich ernsthaft. Zu der Zeit von "Believe in Nothing" habe ich ein wenig das Interesse verloren. Touren war zu diesem Zeitpunkt auch kein Vergnügen mehr. Das Gleiche gilt für den Zeitraum, als wir für "Draconian Times" unterwegs waren. Da ging es fast 3 Jahre um den Erdball und so stellte sich schon eine Art Ermüdung ein. Das würde ich so auch nicht mehr machen. So lange sich die "Normalität" mit dem ganzen, was die Band ausmacht die Waage hält, ist es okay.

paradise_lost_greg.jpg Brix: Es ist ja nun auch eine neue DVD geplant nachdem es letztes Jahr schon einen Output dieser Art gab. Macht das Sinn?

Greg: Wir haben diese DVD ja nicht veröffentlicht. Es war eher ein Independent-Ding, bei dem jemand einen Film über uns gemacht hat und wir und viele andere Musiker interviewt wurden. Wir hatten letzten Endes keinerlei Handhabe über das Projekt.
Die DVD, die wir dieses Jahr herausbringen, ist wie eine Art Live-Album. Wir haben vor ein paar Wochen den Mix fertiggestellt und es hört sich großartig an! Dabei ist jede Phase unserer Karriere berücksichtigt, inklusive den ganzen B-Seiten.

Brix: Gut so! Ihr hattet immer ziemlich gute B-Seiten auf euren Singles!

Greg: Ja, zum Beispiel "Sweetness" (von der "Seals the Sense" EP) ist ein Song, den viele immer wieder nennen. Wir haben dieses Lied als Füller für die "Icon" geschrieben und packten ihn dann auf die EP. Wir hätten ihn fast schon vergessen, wenn nicht immer die Leute angekommen wären und uns erzählten, wie gut der Song doch sei.

Brix: Also das war auch immer einer meiner Lieblings-Songs. Gibt es denn einen Song, den du am meisten von euch schätzt?

Greg: Ich mag verschiedene Songs aus unterschiedlichen Gründen besonders gerne. Einer der besten Tracks die wir jemals gemacht haben von der kompositorischen Simplizität her gesehen ist "One Second". Es ist schwer nachzuvollziehen, wie es zu dem Song kam. Eigentlich war es einen Art "Unfall", der aber die besten Folgen hatte. Der Song ist sehr einfach gehalten, aber funktioniert einfach sehr gut. Ansonsten mag ich die Tracks mit der "Doom"-Schlagseite, die langsamen Lieder. Zum Beispiel "Rotting Misery" (vom Debut "Lost Paradise"), "World Pretending" (von "Believe in Nothing") oder "Over the Madness" (von "Paradise Lost"). Das sind halt wirklich langsame, intensive Songs. 

Brix: Und gibt es denn im Gegensatz dazu Kompositionen, auf die du nicht mehr so stolz bist?

Greg: Oh ja, natürlich! Es gibt auf fast jeder Scheibe mindestens einen Track, der nicht so gelungen ist. Aber einer der schlechtesten Songs, die wir je gemacht haben ist wohl "Fallen Forever" von der "Gothic"-CD. Ich weiss wirklich nicht mehr, was mich da geritten hat! Ich kann es einfach nicht erklären.  

Brix: Und welche Art von Musik bzw. welche Bands hörst du persönlich im Moment? Wieder mehr Metal, da ihr auch wieder härter geworden seid? 

Greg: Ja, schon. Ich habe eigentlich immer Metal gehört. Manchmal finde ich Metal inspirierend , manchmal einfach nur langweilig. Derzeit habe ich wieder eine inspirierende Phase. Das sind schon eine Menge Bands dabei, die ich mag. Ich habe zwar keinen iPod, da ich damit nicht zurecht komme (lacht). Wenn ich einen hätte, würde ich wohl noch viel mehr andere Musik hören. Aber ich finde auch alte Kirchen-Aufnahmen gut, was viele bestimmt sehr langweilig empfinden würden...einfach nur murmelnder Mönch-Gesang. Auch viel Klassik. Einfach querbeet, da setze ich mir keine Grenzen. Meistens ist es "elende" oder "böse" Musik, alte BATHORY beispielsweise.

paradise_lost_group.jpg Brix: Zweifellos habt ihr eine Menge Bands beeinflusst, allein das ganze Gothic-Metal-Genre würde ohne euch so nicht existieren. Aber auch moderne Kapellen wie HEAVEN SHALL BURN haben hier und da Parts in ihrer Musik, die an euch erinnern. Ich weiss jetzt nicht, ob du die kennst, die sind eher im Metal Core-Lager anzusiedeln...

Greg: Nein, da kenn ich mich jetzt gar nicht aus. Was ist dieser "Metal Core" überhaupt? Wenn ich mal was aus dieser Richtung höre, kommt es mir Thrash Metal mit schlechter Produktion vor. Kann man das so sagen?

Brix: Nein, eigentlich überhaupt nicht. Da solltest du schon mal ein Ohr riskieren...HEAVEN SHALL BURN beispielsweise verarbeiten viele alte Death Metal-Sachen wie BOLT THROWER, CARCASS und so. Die haben sogar mal "True Belief" gecovert, auch wenn der Track noch nicht veröffentlicht ist. 

Greg: Hm, von denen habe ich tatsächlich noch nie was gehört. Werde ich aber mal nachholen müssen, denke ich!

Brix: Wo wir gerade bei Cover-Songs sind: Ihr habt auch schon manches neu eingespielt, beispielsweise "Walk Away" von SISTERS OF MERCY oder auch "Smalltown Boy" von BRONSKI BEAT. Plant ihr diesbezüglich wieder etwas, vielleicht auch etwas musikalisch völlig anderes wie bei ANATHEMA das Bad Religion-Cover "Better off dead"? 

Greg: Wenn wir an ein Cover herangehen, versuchen wir etwas auszuwählen, was die Leute nicht von uns erwarten oder was wir so verändern können, dass es quasi zu einem PARADISE LOST-Song wird. "Smalltown Boy" war eigentlich als Witz gedacht. Aber dann wurde daraus ein wirklich guter Cover-Song und dann haben wir ihn auch auf Tape gebannt. Es ist schön, wenn man sich in einer Cover-Version ausleben kann.

Brix: Wer lässt eigentlich den Schrei am Anfang von "Smalltown Boy" los? Ist das wirklich Nick? 

Greg: Oh nein, das ist DEVIN TOWNSEND!

Brix: Oha! Darauf wäre ich ja nie gekommen. Aber gut zu wissen. Bist du eigentlich irgendwie an Sport interessiert? Als Brite vielleicht an Fussball? 

Greg: (energisch) Nein! Fussball überhaupt nicht! Boxen ist das Einzige, womit ich etwas anfangen kann. Ich hasse Fussball, da 90% der englischen Bevölkerung Fussball liebt und 98%  der Engländer Arschlöcher sind. Das ist Grund genug, es nicht zu mögen. Wenn ich an Fussball-Fans denke, denke ich an besoffene und gröhlende Kids, die im Pub mit Gläsern um sich werfen. Ich habe immer vermieden, mit so etwas in Kontakt zu kommen.
An Boxen mag ich halt den groben Zweikampf zwischen zwei Leuten.

Brix: Wie sind eure Pläne für den Rest von 2008? Spielt ihr auf Festivals?

Greg: Nun, wenn wir die HIM-Tour fertig haben, spielen wir auf ungefähr 15 Festivals im Sommer. Dazu kommen die Arbeiten am Live-Album und die zugehörige Tour und wohl noch eine Tour gegen Ende des Jahres. 

Brix: Wie sieht es mit einer USA-Tour aus? Was ist da geplant?

Greg: Eigentlich waren wir ja erst mit NIGHTWISH in Übersee. Das war eine gute Sache. Ein komplett unterschiedliches Publikum im Gegensatz zu hier. Manchmal im positiven, manchmal im negativen Sinne. Aber es war insgesamt eine schöne Erfahrung, da auch die NIGHTWISH-Leute sehr nett sind. Das ist manchmal viel wichtiger, ale eventuell musikalisch zueinander zu passen. 

Brix: Schön! Vielleicht noch ein paar letzte Worte für NECKBREAKER-Leser?

Greg:  Nun, ich hoffe, ihr habt hier nicht zu lange auf uns warten müssen, wir waren uns dessen gar nicht bewusst, dass das letzte Mal bei der Tour mit CROWBAR war. Die andern werden das gar nicht glauben. Aber ich genoss diese Tour, das war in der "Icon"-Phase, gell? CROWBAR waren auch super...ich erinner mich an das "No Quarter"-Cover von LED ZEPPELIN. Kirk (Windstein, Gitarrist/Sänger von CROWBAR) spielte immer diese doomigen Riffs..das war sehr gut! 

Brix: Okay! Dann vielen Dank für das Interview, es war mir eine große Ehre!! 

 

 

 

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Bjoerns Avatar
Bjoern antwortete auf das Thema: #12921 3 Jahre 4 Monate her

Andreas schrieb: Schön, dass der Wikipedia Eintrag über Greg auf dieses Neckbreaker-Interview verweist:
de.wikipedia.org/wiki/Gregor_Mackintosh

Wow, welche Ehre :woohoo:

War aber auch meines Erachtens ein gutes und informatives Interview!
Andreass Avatar
Andreas antwortete auf das Thema: #12898 3 Jahre 4 Monate her
Schön, dass der Wikipedia Eintrag über Greg auf dieses Neckbreaker-Interview verweist:
de.wikipedia.org/wiki/Gregor_Mackintosh

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