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live 20171117 0109 wirtzcoverAm Freitag, den 17.11.2017, lud Daniel Wirtz anlässlich seines Album Release „Die fünfte Dimension“ zu einer kleinen, feinen Party in die ABS Bar 1959 in Frankfurt ein. 250 Fans, plus Freunde und Presse durften daran teilnehmen. Die Karten, mit einem unschlagbaren Preis von 10 Euro, waren heißbegehrt und augenblicklich vergriffen. Um 20 Uhr sollte es losgehen. Zuvor konnte man Daniel ab 17:30 Uhr im Frankfurter Media Markt zur Autogrammstunde treffen. Einige Releaseparty-Gäste nahmen diese Gelegenheit ebenfalls wahr und hüteten anschießend den Eingang zur ABS Bar. Um 20 Uhr rum öffnete diese ihre Pforten und die Reise in die fünfte Dimension durfte beginnen.

Der Einlass verlief etwas schleppend. Ich witzelte noch zu meiner Begleitung, dass das daran liegen würde, dass Daniel nun sicherlich jeden mit Handschlag begrüßt und stand plötzlich vor eben genau diesem, der tatsächlich jeden seiner Gäste einzeln begrüßte. Soviel zum Thema „Der erste Eindruck zählt“. Super Aktion! Anschließend gab es noch ein Gastbändchen fürs Handgelenk und schon war der Check-In bewältigt.
Eine große Wendeltreppe führte durch die schöne atmosphärische Lokation in den ersten Stock und somit zu einem unbestuhlten, großen Saal, der über eine Bar, ein paar Stehtische und ausreichend Platz für jeden Gast verfügte. Nicht nur das Licht war schön warm eingestellt, auch die Klimaanlage sorgte für muckelige Temperaturen, die rasch so manche Hüllen zu Fall brachten und eine Schlange an der Gaderobe verursachte. Auf der nur zwei Stufen erhöhten, publikumsnahen Bühne stand ein großes altes Ledersofa und ein kleines Tischlein auf einem alten Teppich aus Omas besten Zeiten. Im Hintergrund thronte über allem das Albumcover der fünften Dimension an der Wand. Bis sich letztlich alle in der Halle versammelt hatten, (ab an die Gaderobe, nochmal schnell mal auf's Klo und 1-5 Getränke bereitstellen...), tummelten sich Daniel und sein langjähriger Produzent, Mittexter und 'Partner in Crime' Matthias Hoffmann an der Theke und im Publikum. Nach einigen Minuten betrat Matthias aber dann die Bühne und brachte mit den Worten „Ich dachte mir, wenn ich irgendwann mal einfach anfange, weiß auch der Künstler, dass es jetzt endlich los geht!“ Daniel in Bewegung. Jetzt ging es richtig los! Abfahrt in die fünfte Dimension.

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Nach Daniels Begrüßung und Vorstellung von Matthias und auch Till Erdenberger, der sich unter anderem um die Presseabteilung im Hause WIRTZ kümmert, wurde schnell klar, hier gibt es heute Abend kein großes Drehbuch. Alles sollte so ungekünselt und nahe wie möglich geschehen. Schließlich ist das Daniels erste Releaseparty. Er wollte ja schon immer eine machen. Da er jedoch noch nie auf einer eingeladen war, hatte er auch keine Ahnung, wie so etwas abläuft, witzelte er. Das ist natürlich schon tragisch. Umso schöner, dass es nun endlich geklappt hat. Die meisten Bands präsentieren ihren neuen Silberling auf einer Releaseparty live und quatschen anschließend noch eine Runde mit Fans, Freunden und der Presse. Da sollte sich dieser Abend schon etwas abheben und intimer gestalten. Vor allem, ausführlicher. Doch kommen wir nun zur Albumvorstellung.

Warum eigentlich „Die fünte Dimension“? Das fünfte Album und mal schnell bei Google gecheckt, was so auf die Eingabe „Die fünfte ...“ vorgeschlagen wird, war dann doch zu banal. Aber letztendlich steht der Titel für sich alleine und jeder soll seine eigene Interpretation darin finden. Damit das Publikum die Songs auch bedingungslos feiern konnte, wurden die Texte großflächig gestreamt. Während des ersten Songs und Albumtitels sah das Ganze noch etwas gehemmter aus. Beim Folgetitel „Wer wir waren“ steigerte sich bereits die Stimmung. Die Anwesenden sangen laut mit, Daniel schnappte sich das Mikro und tauschte sein Bier des öfteren gegen die Luftgitarre aus und Matthias konnte ebenfalls nicht lang still sitzen. Die beiden Pole Bühne und Publikum begannen sich gegenseitig anzuheizen, bis Daniel vor Freude wie ein Kind auf dem Sofa rumsprang. Die aufkochenden Emotionen überwältigten ihn sichtlich häufig und seine Gefühlsausbrüche spiegelten sich in zahlreichen feucht funkelnden Augenpaaren wieder. Anschließend bereuten Matthias und Daniel schon etwas ihr Album nicht live präsentiert zu haben.
„Das verheißende Glück“ ist ein politischer Song, ein zeitgemäßer Jetzt-Zustand unserer Gesellschaft, der zum Nachdenken und zur Wachsamkeit anregen soll. Das spiegelte die Atmosphäre nach Daniels einleitenden Worten auch wieder.

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Während „Gib mich nicht auf“ überzeugte das Publikum Daniel, wie textsicher es ist. Dieser Song erschien bereits am 17.10. als Video und wurde auf der Osthafenbrücke in Frankfurt gedreht. Daniel plauderte aus dem Nähkästchen, wie es dazu kam und, dass hinter diesen ganzen Aktionen eigentlich viel weniger Leute stecken, als manch einer meinen könnte. Das Team im WIRTZ Haus ist klein, aber oho! Wichtiger war jedoch die Message hinter diesem Song steckt.
Was Daniel so morgens vorm ersten Kaffee auf den Wecker geht, wie er über Generation „Handy-Phantom-Vibrations-Syndrom“ denkt und vor allem über Herrn Amazon, der es heute nicht rechtzeitig geschafft hat sein Album auszuliefern, erzählte er uns brühwarm im Vorfeld von „Die Entdeckung der Langsamkeit“. Natürlich mit dem Appell: „Geht doch einfach mal raus ein Bier trinken mit Freunden oder so und lasst das Handy zuhause!“ Recht hat er! Sollte jeder mal drüber nachdenken.
Zeitweilig wirkte große Couch auf der Bühne recht leer. Das fanden auch Matthias und Daniel. Sie interessierten sich dafür, welche Fans den kürzesten und welche den längsten Anreiseweg hatten, um so Plätze auf ihrer Couch zu vergeben. Zwei Damen aus Österreich und eine weitere Dame von „Ums Eck“ gewannen somit bequeme Couchplätze für den Rest des abends. Den zwei Paar flehenden Kinderaugen aus der ersten Reihe konnte Daniel keinen Wunsch abschlagen. Sie durften ebenfalls die komfortable Sitzgelegenheit stürmen und wurden während „Ich bleibe hier“ mit einem ganz besonderen WIRTZ-Moment belohnt.

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Die Story zu „Ich bleibe hier“ war schon ein kleines Highlight und sorgte bei dem ein oder anderen für Bauchweh vor Lachen. Aus purer Inpirstionslosigkeit wandt sich Daniel an die Schriftstellerin Beatrice Reszat aus Hamburg, die unter anderem auch Songtexte für Udo Lindenberg, Yvonne Catterfeld und Peter Maffay geschrieben hat. Die etwas spezielle und tiefenentspannte Beatrice gab im Endeffekt mit den Worten „Doch ich bleibe hier, bleib neben dir im Feuer steh'n“ Daniel den Anstoß, in nur cira 2 Stunden den kompletten Text niederzuschreiben und legte hier und da noch mal ihr kritisches Veto ein. So kam es dazu, dass Daniel sich beim Endreim sträubte „Weil du die Eine bist“ zu wählen, weil er so etwas zwar meinen, aber nie sagen würde. Worauf ihn Beatrice ganz klar entgegnete, dass er dann nun mal langsam erwachsen werden müsse, weil das genau das ist, was die Frauen hören wollen. An diesem Tag machte Beatrice Reszat aus Daniel Wirtz einen Mann. Daniel würde jederzeit wieder mit ihr zusammenarbeiten und Beatrice hat wohl nun ein paar Fans mehr.
Zum Song „Liebe“ wurden ja im Vorfeld die wildesten Spekulationen angestellt, wer denn da mitsingt? Kennt man den Typen? Klar, das ist doch der Daniel himself! Was System Of A Down auf englisch können, kann Daniel eben auch auf deutsch und sorgte somit für den rätselhaften „System Of A Down“ - Moment.
Wenn man sich den bisherigen Ablauf dieser Releaseparty so auf der Zunge zergehen lässt, passte „Moment für die Ewigkeit“ wohl am Besten zum heutigen Abend. Anschließend kamen Fragen auf, welcher Song denn nun gespielt werden würde? Geht man nach Booklet oder nach der CD vor? Da hat sich doch wirtzgemäß wieder ein kleiner Patzer ins Booklet eingeschlichen und entgegen der CD, „Weil ich dich mag“ und „Seelen“ vertauscht. Ohne Fehler wäre es auch schon fast langweilig. Kurzerhand wurde beschlossen nach der CD zu gehen und „Weil ich dich mag“ angespielt.
Daniel wollte keinen typischen Song für seinen Sohn schreiben. Das ganze Geschwafel und Geschleime auf die Seite packen und über ein paar grundlegende Tatsachen des Elternseins berichten, die einen auch hin und wieder an den Rande des Wahnsinns treiben. Er hofft natürlich insgeheim, dass sein Sohn ihm das später nicht krumm nehmen und den Text verstehen wird. Danach ging es aber dann endlich mit „Seelen“ im abendlichen Programm weiter.
Zu Diskussionen zwischen Daniel und Matthias kam es bei der Nummer „Bilder von damals“. Matthias wollte ihn auf der Startnummer Zwei parken, Daniel doch lieber auf der Elf. Wer gewann das Battle wohl? Matthias hatte dann die Idee, Daniel solle den Endpart wie ein Kind singen und so kam man nach einigen Überlegungen auf den Udo Lindenberg Kinderchor, der diesem Song eine besondere Note verleiht.

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Last but not least dieser so herzlichen Albumpräsentation beendete „10 Jahre“ diese Reise durch die fünfte Dimension. Es ist eine Hommage an die Freundschaft zu Matthias, an die treuen WIRTZ-Fans und ein Rückblick auf 10 Jahre Wirtzgeschichte. Der Song wurde brüderlich und gebührend von Matthias und Daniel Arm in Arm abgefeiert.
Nach der fast zwei Stündigen Reise versprach Daniel allen Anwesenden sich gleich für Gespräche, gemeinsame Biere und und und unters Publikum zu tümmeln und nach Wunsch sein Autogramm auf alles zu schreiben, was ihm so hingehalten würde. Es dauerte nicht lang und er hielt Wort. Um ihn eine dicke Traube verwirtzter Leute. Im Hintergrund lief auf einer Leinwand, wie zuvor angekündigt, die DVD „Live in Bochum“, die man mit dem neuen Album zusammen als Deluxe Version erstanden konnte.

Was soll ich abschließend zu diesem Abend noch schreiben, was ich nicht schon geschrieben habe. Es war definitiv eine besondere Releaseveranstaltung. Sie war intim, emotional und sehr informativ. Daniel lud uns quasi in sein Wohnzimmer ein, um auf besondere Weise sein neues Album zu besprechen und zu feiern. Nebenbei gab es sogar noch etwas zu lernen, beispielsweise, dass der Rhein nun durch Frankfurt und durch Bochum fließt, aber gerade solche Dinge machten diese Veranstaltung eben aus. Sicherlich hätten viele Fans gerne noch längere Gespräche mit Daniel führen wollen. Aber wie wird man knapp 300 Leuten gerecht ohne jemanden zu benachteiligen? Daniel hat diese Aufgabe super gemeistert. Natürlich kann man eine Releaseparty auch mit 50 Leuten stattfinden lassen und somit noch mehr Intimität erreichen und Zeit opfern. Man will immer 'noch ein bisschen mehr' von seinem Lieblingskünstler. Mehr war an diesem Abend nicht drin, aber dafür gab es auch reichlich! Zum Abschied konnte sich jeder Gast zusätzlich ein handsigniertes Releaseparty Poster einpacken und mit dem neuen Merchandise eindecken. Das Musikmagazin „Schall“ mit großer WIRTZ Titelstory lag ebenfalls für umme aus und jeder, der wenigstens einen kleinen WIRTZ Moment inklusive Foto erhaschen wollte, wurde vom geduldigen Daniel belohnt. Beschweren konnte man sich also nicht wirklich. Chapeau, Daniel!

Mein Abend endete nachts schmunzelnd auf einem Rastplatz der A45 im Sauerland, als die letzten in WIRTZ gekleideten Schatten an mir vorbeizogen. Eine erfolgreiche Releaseparty der etwas anderen Art.
Gerne wieder! (Denise)

„Ja, das ist der Moment
wie gemacht für die Ewigkeit
Ein Augenblick, der uns für immer eint
Das kurze Gefühl von Unsterblichkeit“

(Moment für die Ewigkeit, WIRTZ)

Fotos: Denise

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