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U2 are back - naja, zugegebenermaßen nicht ganz - der Sound von COMA STAR kommt dem von U2 aber bisweilen recht nahe - nicht umsonst beschreibt Drummer Christian Werr den eigenen Sound als "U2 on Jack Daniels".
Aber COMA STAR? Wer das ist?
Das Trio ging Anfang 2000 aus einer anderen Band hervor, aus der sich gerade ein Mitglied verabschiedet hatte - und die verbliebenen haben sich kurzerhand runderneuert, sich einen neuen Namen verpasst und prompt auf der eigentlich noch für den alten Bandnamen RHYTHM WOODS anstehenden Europatour mächtig abgeräumt.
Mittlerweile schreiben wir 2003 und die Jungs legen endlich ihr Debütalbum "Headroom Of Conscience" vor.

Beim ersten Durchhören wird klar - die Selbstbeschreibung mit dem Vergleich zu U2 ist nur bedingt richtig. Man kann zwar durchaus sowohl musikalisch als auch gesanglich diverse Analogien erkennen, ist insgesamt allerdings ein wenig härter - zudem ist die Stilrichtung schwer einzugrenzen - ein wenig Nu Metal hier, ein wenig Progressive da... aber die grobe Richtung stimmt. Ohne mich zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen - stimmlich bietet Sänger Emmi zumeist eine gelungene Mischung aus NIRVANA und NICKELBACK...

Der Opener "Painkiller" überzeugt mit einem brachialen Gitarrenriff, hält sich ansonsten aber noch recht zurück und man vermisst ein wenig die "richtige Explosion". Exakt die gleiche Spielart bietet "Everything" - und auch hier fehlt noch das letzte Fünkchen.
Aller guten Dinge sind drei - und die Nummer drei "Suicide Man" bricht endlich den Knoten. Sänger Emmi zürnt regelrecht und man spürt die Power hinter dem Song.
Auf diese heftige Nummer folgt mit "Give Yourself Away" und "Don´t Fit" allerdings erst mal eine ausgiebige geruhsame Erholungspause - bis "Don´t Fit" nach einer Minute urplötzlich zum Refrain regelrecht losbricht.
"Diggin´" kommt ähnlich aggressiv daher wie der "Suicide Man" und gehört zu den Gewinnern auf dieser Scheibe.
"Take Me Over" ist der gewöhnungsbedürftigste Track auf diesem Album - von der Grundstimmung her wieder etwas ruhiger angelegt scheint Emmi (absichtlich!) etwas neben der Spur... gleiches gilt für "Behind".
Mit "Suffocated" schließlich brüllen COMA STAR noch einmal alle Aggressionen heraus um dann mit "Forgot How To Win" ein einigermaßen gemächliches Ende zu finden.

"Headroom Of Conscience" ist ein nicht ganz einfaches Album welches sich jeder selber anhören muss um entscheiden zu können, wie einem persönlich der Stilmix gefällt.
Mit Sicherheit haben COMA STAR ne Menge los, jedoch müssen Sie in Zukunft ihre guten Ideen wohl ein wenig mehr "sortieren", wenn sie denn hierzulande den großen Wurf landen wollen. Ich glaube, in den USA treffen sie da derzeit auf fruchtbareren Boden.

Anspieltipps: "Suicide Man", "Don´t Fit", "Diggin´" (Naglagor)



Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 41:19 min
Label: Locomotive Music
Veröffentlichungstermin: 24.02.2003
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