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Nach dem mehr oder weniger unsanften Verlassen von IRON MAIDEN hat sich Blaze Bailey bereits 2000 und 2002 mit zwei Studioalben zurückgemeldet - und nun folgt die passende Live-Scheibe dazu - pardon, die Live-ScheibeN, denn aus "As Live As It Gets" ist direkt eine Doppel-CD mit knapp 100 Minuten Spielzeit geworden.

Mittlerweile kann der Gute ja auch bereits auf ein stattliches Repertoire an Songs zurückgreifen - zumal es neben der aktuellen Formation BLAZE und MAIDEN schließlich auch mal WOLFSBANE in seinem Lebenslauf gegeben hat.
Von daher liest sich die Tracklist als gut durchmischtes Best-Of der bisherigen Karriere - neben dem deutlichen Schwerpunkt der Songs auf den beiden letzten Scheiben gibt es vier Songs aus der MAIDEN-Zeit und "Steel" von WOLFSBANE. Mit "Dazed And Confused" gibt Blaze hier sogar seinen Beitrag zum letztjährigen LED ZEPPELIN Tributalbum live zum Besten.

Für "As Live As It Gets" wurden zwei Shows aufgezeichnet - nämlich eine in UK und eine im schweizerischen Z-7, was mir eigentlich immer durch das überdurchschnittlich gute Publikum aufgefallen ist.

Der Sound ist durchweg glasklar - für eine Live-Scheibe schon fast zu klar. Wenn da mal nicht ordentlich post-production im Spiel war...
Die Band zieht die Stücke wie eine Präzisionsmaschine durch und auch Blaze höchstselbst zeigt sich von seiner besten Seite. Das Publikum wird leider allzu oft sehr stark in den Hintergrund gemischt und tritt eigentlich nur dann merklich hervor, wenn Blaze ein paar Worte zwischen den Songs spricht, so dass man zeitweise gar nicht merkt, dass es sich um eine Live-Aufnahme handelt.

Nach dem zwar guten, aber schnörkel- und überraschungslosen Opener "Speed Of Light" holen BLAZE mit "When Two Worlds Collide" direkt einen der besten IRON MAIDEN-Titel der letzten Jahre hervor - und bringen damit den ersten Höhepunkt der Show. Ein absoluter Killer. Die alte WOLFSBANE-Nummer "Steel" geht um einiges rauer und härter zur Sache. Danach gibt's mit "Kill And Destroy" sowie "End Dream" zwei Titel vom letzten BLAZE-Album "Tenth Dimension" - die vom Publikum begeistert aufgenommen werden und ähnlich brachial daherkommen wie "Steel".
Mit "Stare At The Sun" folgt dann einer meiner persönlichen BLAZE-Favoriten. Die Band schafft es, das Charisma dieses melodielastigen Tracks live nicht nur herüberzuretten, sondern noch ein wenig mehr zu entfalten. "Land Of The Blind" und "Silicon Messiah" reihen sich wieder in die Kategorie "gut, aber unauffällig" ein, wohingegen ein überragendes "Dazed And Confused" die erste Scheibe abschließt.

CD Nummer zwei beginnt mit einem weiteren MAIDEN-Song: "The Virus" - ein ruhiger Einstieg, um wenig später wieder richtig loszubrettern. "The Brave" legt hier sogar noch ein wenig zu - wobei das folgende "Stranger To The Light" richtiggehend die Bremse zieht und vielleicht der Band ein wenig Erholung gönnt, jedoch auch viel Stimmung zu nehmen scheint.
"Identity" entschädigt dafür dann aber wieder auf der ganzen Linie.
Danach hat man das Gefühl, in ein MAIDEN-Konzert geraten zu sein, denn "Sign Of The Cross" und das schnelle "Futureal" sind einfach zwei astreine Live-Nummern, die bestens zu Blaze passen - was auch erneut entsprechend vom Publikum honoriert wird.
Ohne Atempause geht der Set in "Ghost In The Machine" über, was sich als ein weiterer Höhepunkt von "As Live As It Gets" entpuppt.
"Born As A Stranger" und der Titelsong vom letzten Studiowerk "Tenth Dimension" beenden dann mehr als würdig die zweite CD.

Fazit?
Erstklassiger Sound, technisch einwandfrei und auf jeden Fall eine sehr gelungene Titelauswahl - insbesondere mit den alten MAIDEN-Nummern hat Blaze ein glückliches Händchen bewiesen.
Einziger Kritikpunkt bleibt aber nach wie vor, dass die Live-Stimmung ein wenig zu kurz kommt. Ansonsten kann man aber wirklich bedenkenlos zugreifen.

Ach ja, etwas Positives ist mir noch am Booklet aufgefallen - es sind alle Texte abgedruckt!

Anspieltipps: "When Two Worlds Collide", "Stare At The Sun", "Ghost In The Machine" (Naglagor)



Anzahl der Songs: 9 + 9
Spielzeit: 50:00 min + 51:26 min
Label: SPV / Steamhammer
Veröffentlichungstermin: 24.03.2003
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