"Uncle Reaper" Chris Boltendahl liefert mit diesem Werk die Biografie einer deutschen Metal-Band, die so ziemlich alle Höhen und Tiefen des Business mitgemacht und derzeit auf einer absoluten Erfolgswelle schwimmt. GRAVE DIGGER haben schließlich nicht zuletzt mit der aktuellen Veröffentlichung "Rheingold" gezeigt, "wo der Hammer" hängt. Dass aber eben nicht alles so rosig war, wie es derzeit für die Jungs ausschaut, wird in diesem Buch deutlich. Insbesondere die ersten Jahre, bis es überhaupt zur ersten Veröffentlichung "Heavy Metal Breakdown" kam, diverse Umbesetzungen und schließlich die Auflösung Ende der Achtziger... Der Traum vom "Metal-Gott" ist eben manchmal ziemlich steinig - insbesondere vielleicht dann, wenn sämtliche Bandmitglieder in den Jahren bis Anfang der Neunziger eigentlich kaum mal eine Minute "nüchtern" herumliefen - meine Herren, spätestens jetzt ist klar, wie der hohe "Pro-Kopf-Verbrauch" in Deutschland zustande kommt...

Erfreulich offen und entwaffnend ehrlich beschreibt Boltendahl - unterstützt von Holger Koch und Andreas Schöwe - den gesamten Werdegang, rechnet mit dubiosen Plattenbossen und Weggefährten ab, ohne aber jemals ungerecht zu werden - zugegebenermaßen verlieren die letzten Kapitel ein wenig an Biss, weil der derzeitige Stand der Dinge ausnehmend wohlwollend beschrieben wird.
Zwischenzeitlich kommen diverse Weggefährten, Label-Kollegen und ehemalige Mitstreiter zu Wort, beispielsweise RAGE-Frontmann Peavey oder auch Drummer Jörg Michael, der eine zeitlang bei GRAVE DIGGER dabei war.
Jedes bis dato erschienene Album wird mit dem zugehörigen Original-Review aus dem Rock Hard versehen - und zudem lockern diverse Fotos das Büchlein ein wenig auf. Leider sind die Bilder ausschließlich schwarz-weiß... aber einige Leckerbissen - gerade aus den Achtzigern - sind durchaus dabei...

Was soll ich sagen? Auf jeden Fall ein Werk, was man mal gelesen haben sollte - es ist unterhaltsam geschrieben und klärt über so manches auf.
Nicht zuletzt verspricht uns der Reaper, dass er hofft, uns weiterhin "noch einige gute Scheiben" zu servieren, auch wenn er für sich ein wenig Idealismus verloren hat.

Fazit: Lesen, staunen und auf die nächsten Outputs der "Metal-Götter" aus dem Pott warten! (Naglagor)



Seiten: 227

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