Seit ihrem Comeback mit dem 2001er Album "One Million Lightyears From Home" steigern sich DOMAIN kontinuierlich von Album zu Album (die arg weichspülende EP "New Horizons" sei mal vernachlässigt...).
Und zu ihrem aktuellen Output "The Sixth Dimension" wurde noch kurzerhand die Rhythmussektion ausgetauscht, um nun mit Drummer Stefan Köllner (ex-SYMPHORCE) und Bassist Sandro Lo Guidice (CIRCLE OF PAIN) zu neuen Härtegraden aufzubrechen.

Sänger Carsten "Lizard" Schulz zeigt sich von seiner besten Seite - mal dreckig und rotzig aggressiv, mal "normal" singend - aber immer hinreichend kraftvoll.
So auch beim Opener "World Gone Crazy", dass nur aufgrund des etwas langatmigen Mittelteils nicht die Bestnote bekommt. Gitarrist Axel "Ironfinger" Ritt (angeblich "die schnellsten Finger Deutschlands"...) leistet ebenfalls ganze Arbeit und haut ein fettes Riff nach dem anderen aus dem Ärmel, bzw. Verstärker - insbesondere das Spiel bei "Your Favourite Curse" macht einiges her.
Bei "King's Tears" kommt Keyboarder Erdmann Lange ein wenig mehr zum Zuge, insgesamt wirkt die Nummer etwas sperriger, aber mitnichten ruhiger als die beiden Vorgänger.
Diese Aufgabe kommt dann "One Perfect Moment" zu - nach dem Motto "wenn ruhig, dann aber direkt richtig" tönt der Titel teilweise leider arg schmalzig aus den Boxen - und will nicht so recht zu Schulz's Stimme passen.
Dafür legen DOMAIN dann mit "Burning Red" einen Kracher auf's Parkett, der sich gewaschen hat - ein gutes Argument für die Tatsache, dass Schulz's Stärke bei den schnellen Titeln liegt - auch wenn er sich hier für ein paar Verse einen Verzerrer zu Hilfe nimmt.
Mit coolem Drumintro von Stefan Köllner beginnt "Warpath" bevor der Titel sich zur bis dato schnellsten und eingängigsten Nummer auf "The Sixth Dimension" entwickelt bei der Axel Ritt ein weiteres Mal ein Solo auf's Griffbrett zimmert, dessen Verwandtschaft zu IMPELLITTERI u.ä. nicht zu leugnen ist.
Ein wenig nach alten MÖTLEY CRÜE ("Kickstart My Heart") klingt das Intro von "Time Machine" - ein Titel ohne Schnörkel aber auch ohne Makel!
Weiter geht's in der gleichen Kerbe mit "Skylighter" - heavy, schnell - aber durchweg mit einer guten Portion Melodie versehen, das Keyboard mal ein wenig mehr in den Vordergrund gemischt, dann wieder mehr Drums und Bass - leider ähnlich wie der Opener mit einem zu langsamen/langatmigen Mittelteil - auch wenn im Anschluss ein rasend schneller Axel Ritt das wieder auszubessern sucht.
Hatte ich bei "Young Hearts Can Fly" eine kleine Schmalznummer erwartet - so bin ich positiv überrascht, dass der Titel zwar in puncto Speed und Härte etwas zurückschaltet, aber eine überaus gelungene - wenngleich etwas mainstreamig - reinrassige Rocknummer darstellt.
Mit einem satten Drumgewitter startet "Last Exit Moon" wieder richtig durch - nein, halt - leider nur zu Beginn - danach ist erstmal keyboardlastiges Dümpeln angesagt, auch wenn zur Halbzeit noch mal Gitarrensolo und selbiges Drumgewitter zurückkehren... schade - die Nummer ist in sich zwar stimmig, hätte aber das Zeug zu einer wahren Speedgranate gehabt.
Mit dem fast epischen Track "Talk To The Wind" (06:34 min) findet sich erneut ein nicht ganz eingängiger Titel auf dem Album - aber gerade wegen der vielen Abwechslung eine interessante Nummer zum Abschluss auf "The Sixth Dimension".
Auf der limitierten DigiPack-Edition findet sich mit "Rats In The Cellar" noch ein gelungenes AEROSMITH-Cover, das eindeutig an Härte zulegt und dem Titel ein wenig den DOMAIN-Stempel aufdrückt, sowie das Video zu "Charade" - einem Titel vom letzten Album.

DOMAIN beweisen mit ihrem sechsten Studioalbum, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht haben - die Band hat ihre Linie - und vor allem ein stimmiges Line-Up - gefunden - und präsentiert sich stärker denn je. Über die Schwächen auf "The Sixth Dimension" kann man getrost hinwegsehen - umso besser präsentiert sich schließlich der Rest!

Anspieltipps: "Burning Red", "Warpath", "Young Hearts Can Fly" (Naglagor)



Anzahl der Songs: 11 (+ 1 Bonus + 1 Video)
Spielzeit: 64:12 min
Label: point music
Veröffentlichungstermin: 15.09.2003
Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Anmelden

Neckbreaker präsentiert

Neckbreaker auf Facebook

nb recruiting 2015

nb forum 2015

nb gallery 2015