Hinter DREAMTIDE verbergen sich hauptsächlich ehemalige Mitglieder von FAIR WARNING - federführend Gitarrist Helge Engelke, der nach seinem Weggang den nicht ganz unbekannten Shouter Olaf Senkbeil (u.a. Backings für BLIND GUARDIAN) und den Bassisten Ole Hempelmann um sich scharte, sowie noch kurzerhand mit Drummer CC Behrens und Keyboarder Torsten Lüderwaldt zwei weitere ex-FAIR WARNING-Kollegen einspannte - fertig ist die Besetzung von DREAMTIDE...
Wie die Namen bereits vermuten lassen - die Jungs kommen aus Deutschland - genauer gesagt: Hannover - und sie bemühen sich redlich, die deutsche Metalszene zu bereichern.

"Dreams For The Daring" ist denn nach "Here Comes The Flood" auch bereits das zweite Werk der Combo - und zeigt sich erfreulich durchdacht und ausgereift. Die Jungs gestalten die Songs (nach eigenem Bekunden "ohne endlose Solo-Frickeleien und High-Tech-Effekte", sondern wollen "melodische Rocknummern mit positiver Atmosphäre und eingängigen Hooklines" schreiben.

Nun denn - nicht zuletzt aufgrund der ausdrucksstarken und kraftvollen Stimme Senkbeil's werden DREAMTIDE mit der Mischung aus wirklichen Mid- bis Uptempo-Rockern (wie dem Opener "Dream Real" oder "I'm Not With You" und "Land Without Justice") sowie charakterstarken Balladen ("All Of My Dreams", "You Can't Burn My Heart Out") diesem Anspruch gerecht.
Man platziert sich so ein wenig in der AOR-Ecke, ein-zwei Grade härter als JOURNEY beispielsweise - oder ähnlich wie BALANCE OF POWER.
"Live And Let Live" beispielsweise ist anfangs etwas weniger rockig, steigert sich aber zu einer wahren Bombastnummer mit rasantem Gitarrenspiel.
"I'll Be Moving On" könnte auch eine Ballade von HAMMERFALL sein - leider klingt Sänger Olaf in den hohen Lagen ein wenig sehr näselnd.
Sehr interessante Nummern sind "Man On A Mission" (mit dem bis dato wohl "härtesten" DREAMTIDE-Riff) und "Eden", die sich beide durch Abwechslungsreichtum auszeichnen - insbesondere "Eden" mit der Verbindung aus orientalischen Klängen und nicht minder fetten Riffs als bei "Man On A Mission" sowie einem Herrn Senkbeil in Bestform.
Ebenfalls nicht verstecken braucht sich das gegen Ende recht progressiv ausfallende "Land Without Justice".
"Out There" schlägt dann wieder eindeutig in die JOURNEY-Kerbe, ist aber dermaßen druckvoll geraten, dass die Nummer einer der Höhepunkte auf "Dreams For The Daring" ist.
Wer bei einem Titel wie "Dreams Are Free" eine weitere Ballade erwartet - wird enttäuscht, denn das Teil ist bis auf die etwas Bremse im Mittelteil eine weitere harte Rocknummer mit mächtig Drive.
"Sweet Babylon" ist der einzig Titel, der auf diesem Album ein wenig abfällt - eine sehr gewöhnungsbedürftige "Rhythmussektion" will den Song absolut nicht eingängig wirken lassen - da hilft eine weitere astreine Gesangsleistung und brillantes Gitarrenspiel leider auch nur bedingt weiter.
Ganz anders dann wieder der würdige Abschluss des Albums mit der Ballade "You Can't Burn My Heart Out".

Mit "Eden", "Land Without Justice" und "Live And Let Live" in "remixten" Versionen, finden sich noch drei Bonustracks auf dem Album, die aber den Originalen nicht ganz das Wasser reichen können - hier kommen auch ein paar der eigentlich nicht gewollten "High-Tech-Effekte" zum Einsatz, bei Eden beispielsweise ein Voice-Verzerrer.

DREAMTIDE haben insgesamt ein empfehlenswertes Album abgeliefert, dem man anmerkt, dass die Beteiligten bereits eine Menge Erfahrung einbringen können - insofern gehören die Hannoveraner durchaus zu den Bands, die man im Auge behalten sollte!

Anspieltipps: "Dream Real", "Eden", "Out There" (Naglagor)



Anzahl der Songs: 14
Spielzeit: 77:03 min
Label: Frontiers Records
Veröffentlichungstermin: 20.10.2003
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