vallenfyre_afragilekingViele alte Fans würden sich von PARADISE LOST mal wieder ein Album in der Machart der ersten zwei oder drei wünschen. Das ist aber heute eher undenkbar, denn spätestens mit "Symbol Of Life" hat sich die Band ihre eigene Nische geschaffen. Dabei hätte der gute Greg Mackintosh, seines Zeichens Songschreiber und Gitarrist der Briten solche Sachen noch drauf, man muss ihm nur Anlass geben diese rauszulassen. Da er diese Lieder nicht mit seiner Stammformation veröffentlichen kann, scharte er ein paar Freunde um sich um das Material einzuspielen. Unter dem Namen VALLENFYRE vereinen sich neben Mackintosh noch sein PARADISE LOST-Kumpel  Adrain Erlandsson an den Drums, MY DYING BRIDE-Klampfer Hamish Glenncross, ein Typ namens Mully an der zweiten Gitarre sowie DOOM-Basser Scoot. Den Gesang übernahm der Mann selbst, da die Texte, die sonst Nick Holmes schreibt sehr persönlich ausfallen. Dabei war der erwähnte Anlass für das Entstehen von "A Fragile King" ein sehr trauriger. Während der Tour zum letzten Album "Faith Divides Us - Death Unites Us" erkrankte sein Vater schwer, so dass er die Tour verließ und von seinem Techniker vertreten wurde. Wenige Wochen später verstarb sein Vater, der ihn von Beginn an unterstützt hatte. Um seine Trauer und Wut zu kanalisieren stürzte er sich in Arbeit, die als Hommage bewusst zurück zu seinen musikalischen Wurzeln ging, die im Death - und Doommetal sowie im Crustcore liegen. Eigentlich waren die Stücke nicht für eine Veröffentlichung gedacht, doch bei den ersten Demoaufnahmen stellten sie sich als so gut heraus, dass die Sache ins Rollen kam.

Ins Rollen kommt aber der Dreher zunächst nicht so recht, schwer und zähflüssig quillt der doomige Opener aus den Boxen. Zwischendurch überrascht "All Will Suffer" immer wieder mit modernem Gitarrengedröhn, welches man eher SEPULTURA zurechnen würde. Kein schlechter Auftakt, nur nicht griffig genug. Das Tempo wird dann bei "Desecration" angezogen, die Doublebass gibt den Ton an, auch wenn die Nummer einige Lava-Momente beinhaltet.

Hier tauchen zum ersten Mal feine Lead-Gitarren auf, welche aber wie öfter auf "A Fragile King" weniger an die Hauptband des Mastermind als an die seines Gitarrenkollegen erinnern. Vom Riffing her würde auch ein Titel wie das grollende "The Divine Have Fled" oder das bedrohliche "Seeds" MY DYING BRIDE gut zu Gesicht stehen. Es ist aber auch schwer da einen großen Unterschied zu machen, entstammen doch beide Formationen der gleichen Ursuppe.
Richtig nach vorne geht es anschließend bei "Ravenous Whore", in dem Erlandsson die Blastbeats auspackt. Der Refrain bricht dann wieder mit tiefer Schwermut unheilvoll herein. Bei Titeln wie "Cathedrals Of Dread" oder "Humanity Wept" treibt der Schwede die Songs mit schnellen, fast punkigen Schlägen nach vorne. Ähnliches gilt für "A Thousand Martyrs", wobei sich da die Äxte nicht dem Tempo anpassen und  einen interessanten schweren Gegenpol setzen.

Am ehesten offenbart sich sein Faible für Grindiges und Crust noch in "As The World Collapses", das groovig beginnt, dann aber von Blasts gepeitscht wird. Das noisige Solo fällt dann ebenfalls ein wenig aus dem Rahmen. Gleiches gilt für "My Black Siberia", welches vor allem zu Beginn auch auf den letzten zwei Longplayern von SATYRICON hätte Platz finden können. Doch dann ertönen zum ersten Mal die typischen Lead-Gitarren wie man sie von Mackintosh kennt. Mehr davon gibt es noch bei "The Grim Irony", dem doomigen Rausschmeißer der Platte.

Ein äußerst harter Brocken, den uns der Mann hier vorsetzt. Es gelingt ihm aber seine Trauer hier glaubwürdig zu artikulieren. Auch als Sänger macht er eine sehr passable Figur, wobei er sich ausschließlich in tiefem Gegrunze bewegt. Die Produktion ist ebenso kantig ausgefallen wie die Songs und unterstützt die Atmosphäre vortrefflich. Das macht es dem Hörer aber auch nicht einfach Zugang zu dem Werk zu bekommen. Hierzu sollte man schon in der entsprechenden Stimmung sein, mal sehen, im nächsten Sommer, der Herbst bietet dazu wenig Anlass. (Pfälzer)


Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 41:55 min
Label: Century Media
Veröffentlichungstermin: 28.10.2011

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Anmelden

Neckbreaker präsentiert

Neckbreaker auf Facebook

nb recruiting 2015

nb forum 2015

nb gallery 2015