Ahab TBOTGCAhoi! Die Besatzung von AHAB fährt wieder mit einer neuen Rifflieferung in den Hafen ein. Thematisch bezieht es sich dieses Mal auf die Geschichte über eben diese „Glen Carrig", das Schiff, das vor einer unheimlichen Insel leck geschlagen ist und die Schiffsbrüchigen auf dieser ums Überleben kämpfen müssen. Basierend auf dem Roman von William Hope Hodgson vertont das deutsche Quartett die Leidensgeschichte der Schiffsbrüchigen auf dieser unheilvollen Insel gemäß dem „Nautical Doom", den AHAB quasi mitbegründeten.

Das Rezept ihrer Musik ist recht schnell erklärt: Fast ausschließlich zähe, stehend-siechende Riffs, nahezu dronemäßig und düster, eingebunden in traurige und melancholisch-marginale Akustikpassagen, dazu ein spartanisches Drumming und je nach Intensität ein nahezu sakraler Cleangesang oder aber ein abgrundtiefes Growling, thematisch alles an nautischen Erzählungen gehalten.

Auch wenn AHAB schnell ihre Nische im Doom gefunden haben, so ist es momentan noch mehreren Bands vergönnt, diese Art der extremen Musik vor größerem Publikum vorzustellen. AHAB konnten schon mit ihrem ersten Album „The Call Of The Wretched Sea" vor knapp 10 Jahren schnell Freunde gewinnen, ihre Dynamik und das emotionale Wechselspiel in ihrer Musik sorgte für einen sprunghaften Aufstieg vom Geheimtipp bis zur Doom-Supergroup. Mit jedem Output schafft es der Vierer, wieder erneut auf sich aufmerksam zu machen und die Fans in ihren Bann zu ziehen. Das Mysteriöse der Meere scheint hier ein unendlicher Quell der Inspiration zu sein.

Wenn ich mich nun persönlich dem Album widme und dabei die anderen Veröffentlichungen als Vergleich nehme, kann ich ehrlich gesagt nicht allzu viel Veränderung bzw. Steigerung feststellen. Ich achte dabei auf Einsatz und Intention der Stimme, und die sagt mir im Fall AHAB leider wenig zu, denn sowohl der melodiöse Gesang als auch das tiefe Growling scheinen mir bei dieser Band einfach nicht zu passen. Sieht man es von der Seite, dass damit Dynamik in die Songs kommen soll, kann ich nur sagen, dass die Musik alleine schon vor Dynamik strotzt, nicht wegen des Tempos, das so gut wie gar nicht variiert, sondern durch den Wechsel von Akustikpassagen und fetten stehenden Riffs. Diese sind allesamt sehr beeindruckend und könnten schon für sich alleine sprechen. So spielt der Gesang für mich auch eher eine untergeordnete Rolle. Hier wurde sehr viel Wert auf Arrangements gelegt und es wurden sich viel Gedanken gemacht über den Einsatz von Riffs, Melodien und Effekten. Also gibt es da auch nicht wirklich etwas zu bemängeln.
Die Band ist auch sehr bemüht, von der musikalischen und thematischen Seite alles ans Licht zu bringen, und der Videoclip zu dem fast sludgigen „Red Foam (The Great Storm)" beweist, dass die sympathischen Stuttgarter auch von ihrem nautischen Strang abweichen können, wenn es um bildgewaltige Darstellung ihrer Songs geht.

„The Boats of The Glen Carrig" ist durchweg konzeptionell gelungen, Artwork und Sound harmonieren einwandfrei und führen die Geschichte von AHAB weiter in die heutige Zeit, und allem Anschein nach wird die weitere Fahrt für die Kapelle angenehm und ruhig, denn mit schweren Stürmen oder drohendem Schiffbruch braucht diese Band auf ihrer Erfolgsreise vorerst nicht zu rechnen. (Jochen)


Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 5
Spielzeit: 56:28 min
Label: Napalm Records
Veröffentlichungstermin: 27.08.2015

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