interview_dignity_01.jpgVor nicht allzu langer Zeit bekam die verwaiste Hardrock Szene in Österreich Zuwachs. Die Rede ist von DIGNITY, der neuen Band des ehemaligen EDENBRIDGE Schlagwerkers Roland Navratil, die knapp 2 Jahre nach ihrer Gründung vor ein paar Wochen ihr erstes Album Peoject Destiny rausgebracht hat. Und dieses Album zählt zweifellos zu den Highlights des Jahres in Sachen Melodic Hardrock, was mir fette 8,5 Punkte Wert war. Grund genug für mich, eben jenen Roland Navratil einmal mit ein paar Fragen zu löschern.

 

 

Maik:
Erst einmal Gratulation zu Eurem Debütalbum, das von mir verdiente 8,5 Punkte bekommen hat. Blöde Frage zu Beginn, seid Ihr denn selbst zufrieden mit „Project Destiny“ oder gar stolz auf das Album, schließlich ist das Debütalbum für jede Band etwas ganz Besonderes und kann bereits ein Wegweiser für die gesamte Karriere sein?

Roland:
Danke! Wir sind mit dem Album absolut zufrieden. Es war doch ein langer Weg dorthin, aber schlussendlich ist dann all das eingetroffen, was wir angestrebt haben. Ich denke schon, dass es ein Wegweiser für die Zukunft ist. Wir werden sicher nicht das gleiche Album nochmals aufnehmen. Aber die Richtung wird die gleiche bleiben.

Maik:
DIGNITY wurden 2006 gegründet, bis zur Veröffentlichung des ersten Albums vergingen dann aber noch 2 Jahre. Was ist in dieser Zeit in Sachen DIGNITY so passiert?

Roland:
Ich kenne Franky ja schon lange und wir haben ja auch bereits lange gemeinsam in einer anderen Band gespielt und gemeinsam an Songs gearbeitet. DIGNITY zu gründen war da schon lange das gemeinsame Ziel. Da wir beide allerdings in verschiedene Bands und Projekte eingespannt waren, hat es ein bißchen länger gedauert, haha. Aber die letzten 2 Jahre haben wir nur und permanent an DIGNITY gearbeitet. Die Suche nach den restlichen Musikern war sehr einfach. Die Suche nach dem geeigneten Sänger war da schon um vieles schwieriger. Wir hatten ja auch eine sehr konkrete Vorstellung und der war in Österreich bzw. in den Nachbarländern nicht zu finden. Schliesslich sind wir in Göteborg fündig geworden.

Maik:
Bleiben wir bei diesem Thema. Wie seid Ihr eigentlich auf Jake E. aufmerksam geworden? Für meinen Geschmack eine ausgezeichnete Wahl als Sänger!

Roland:
Wir kennen seine Arbeit mit DREAMLAND. Da wir davon sehr angetan waren, sind wir mit ihm in Kontakt getreten. Wir haben ihm die Vorproduktionen geschickt und was wir da retour bekamen, hat uns einfach mit offenem Mund dasitzen lassen, haha. Er war auch gleich von Anfang an begeistert, und es hat sich SEHR schnell heraus kristallisiert, dass wir ein sehr gut harmonierendes Team sind.

Maik:
Auch in Sachen Produktion habt Ihr nichts dem Zufall überlassen und mit Jonas Kjellgren und Mika Jussila zwei Fachleute für Mix und Mastering engagiert? Warum gerade diese beiden?

Roland:
Wir haben lange überlegt, von wem wir die CD mischen lassen sollen. Wir wollten einen druckvollen, modernen Sound und als ich mir die „Pitch Black Progress“ von SCAR SYMMETRY gekauft hab, waren wir vom Sound begeistert. Somit sind wir mit Jonas in Kontakt getreten und später dann nach Schweden geflogen. Jonas kommt zwar aus einer ganz anderen musikalischen Ecke, er hat sich aber sehr schnell eingearbeitet und einen hervorragenden Sound gemacht. Über Mika Jussila braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Er hat die CD vollendet. Wir wollten einfach mit spitzen Leuten zusammenarbeiten und, wie du bereits vorher gesagt hast, nichts dem Zufall überlassen.

Maik:
Bleiben wir noch beim Sound von „Project Destiny“, der mir persönlich sehr gut gefällt. Im Vergleich zu vielen aktuellen Veröffentlichungen besticht der Sound von „Project Destiny“ durch seine Wärme und Natürlichkeit. Wie stehst Du zu dazu?

Roland:
Wir haben uns beim Aufnehmen für alle Soundeinstellungen sehr viel Zeit genommen und erst wenn wir wirklich zufrieden waren aufgenommen. Vielleicht ist das der Grund. Vielleicht ist es aber auch Jake E´s Stimme, die dem Gesamtsound die Wärme gibt. Ist schwer zu sagen. Wir sind halt froh, dass sie so klingt, haha.

Maik:
Für meinen Geschmack ist der einzige schwächere Song von „Project Destiny“ die abschließende Chris De Burgh Coverversion von „Don’t Pay The Ferrymen“? Wieso habt Ihr Euch gerade für diesen Song entschieden und kennst Du eigentlich die Version der deutschen Metalband DARK AT DAWN?

Roland:
Die Version von DARK AT DAWN kennen wir nicht. Wir haben anfänglich begonnen, den Song einfach so zu spielen, da wir den alle cool finden. Als Jake E. dann die Vocals dazu aufgenommen hat, war für uns klar, dass der aufs Album muss. Die Meinungen sind diesbezüglich auch sehr gespalten. Es gibt Leute, die lieben ihn und welche, die ihn nicht mögen.

Maik:
Hingegen sind meine zwei Favoriten des Albums „Arrogance And Rapture“ und „Inner Circles Symphony“. Wie sehen denn Eure Faves aus?

Roland:
Eigentlich alle. Denn wenn wir einen Song nicht gewollt hätten, wäre er nicht auf das Album gekommen. Es ist schwer zu sagen, DAS ist mein Lieblingssong. Aber am ehesten vielleicht dann doch „Arrogance And Rapture“.

Maik:
„Project Destiny“ fällt mit 42 Minuten, gerade für eine Hardrockscheibe, nicht besonders lang aus. Habt Ihr noch Songs übrig oder bereits für’s nächste Album fertig und wann denkst Du können Eure Fans mit Nachschub rechnen?

Roland:
Also ich denke, besser 42 Minuten mit Top Musik, als 60 Minuten mit Schwächen. Wir arbeiten bereits an neuen Songs. Es gibt auch noch alte Ideen, die bei "Project Destiny" nicht verwendet wurden. Ob sie es diesmal auf's Album schaffen werden, kann ich jetzt noch nicht sagen.
Unser Plan ist es, die nächste CD etwa zur gleichen Zeit (also Ende Sommer 2009) zu veröffentlichen.

Maik:
Ist eigentlich eine Singleveröffentlichung oder ein Video geplant? Ein so melodisches Stückchen wie „Dreams Never Die“ schreit da ja fast danach.

Roland:
Das kann ich derzeit leider noch nicht beantworten. Dafür ist es noch viel zu früh. Es ist jedoch, was das Video betrifft, auch eine Kostenfrage. Denn ich persönlich sehe keinen Sinn darin, mit billigsten Mitteln auf Biegen und Brechen ein Video zu drehen, dass ich dann nicht gut finde. Davon hat ja niemand was. Aber mal schauen, was die Zukunft so bringt.

Maik:
Im Gegensatz zu anderen Hardrock Bands verarbeitet Ihr in den Texten auch ernsthaftere Themen, man hat das Gefühl, sie sind nicht nur Beiwerk zur Musik. Ist diese Annahme richtig und könntest Du mir etwas mehr über den Inhalt einzelner Songs sagen?

Roland:
Das ist richtig. Für die Texte ist ja Jake E. alleine verantwortlich. Er verarbeitet in den Texten die unterschiedlichsten Themen. Angefangen von der Vorherbestimmung des Lebens (Project Destiny) über geschichtliche Themen (Icarus), über Religion (The Edge Of The Blade) bis hin zum gebrochenen Herzen wegen einer Frau (Cry In Despair) :)

Maik:
Ganz zu Beginn meines Reviews habe ich folgendes geschrieben:“ Österreich ist sicherlich nicht die Hochburg in Sachen Hardrock.“ Wie ordnest Du eigentlich die österreichische Rock- und Metalszene ein?

Roland:
Die österreichische Szene ist bei weitem nicht so gross, wie die in Deutschland. Auch wenn man sie in Relation zu den Landesgrößen setzt. Es gibt auch hier in Österreich viele gute Bands, aber nur wenige schaffen es die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. National und International. Aber glücklicherweise schaffen es dann ja doch immer wieder ein paar.

Maik:
Siehst Du es als Vorteil an, dass Ihr als österreichische Band (Jake E. mal außen vor gelassen) bei einem österreichischen Label (Napalm Records) unter Vertrag steht?

Roland:
Selbe Zeitzone, selbe Sprache und nur etwa 200 Kilometer von Wien weg ist sicher ein Vorteil. Wobei die Zeitzone und Sprache in Deutschland ja auch gleich wäre. Ausserdem sind wir glücklich, dass wir dort sind, da die Zusammenarbeit super ist.

Maik:
Wie läuft eigentlich das Songwriting bei Euch ab? Mit einem Sänger, der in Skandinavien wohnt, sind regelmäßige Bandsessions im Proberaum doch kaum machbar.

Roland:
Nein. Das geht nicht. Wir arbeiten über das Internet. Ohne dem hätte auch "Project Destiny" nicht geklappt. Ideen werden zuhause im Homestudio gesammelt und dann arrangieren Franky und ich die Songs, vervollständigen sie, bauen sie aus. Oder was auch immer nötig ist.

Maik:
Gerade für eine Newcomerband ist das Spielen von Konzerten und Festivals das A und O. Gibt es bereits Konkretes bzgl. einer Tour im nächsten Jahr oder stehen bereits Festivalauftritte fest?

Roland:
Derzeit gibt es leider noch keine bestätigten Shows. Aber wir arbeiten daran. Wir hoffen natürlich, dass wir im Sommer auf vielen Festivals und vorher noch auf einer Support Tour die Möglichkeit haben werden "Project Destiny" live zu präsentieren. Diesbezüglich kann ein Blick auf unsere Website nie schaden.

Maik:
Wenn Ihr Euch eine Band aussuchen dürftest, die Ihr zur Promotion von „Project Destiny“ als Support begleiten dürftet, welche würdet Ihr wählen?

ROLAND: Was nur eine, haha??!!?? Es wird schwierig sein, sich für EINE zu entscheiden. Wir sind zu fünft, mit vermutlich 5 verschiedenen Bands. Weiter wird sich auch niemand auf nur eine Band festlege wollen und somit wären wir die nächsten 5 Jahre permanent auf Tour......auch nicht schlecht...haha.

Maik:
Wie bei Neckbreaker so üblich, dürft Ihr zum Schluss das loswerden, was unsere Leserinnen und Leser auf jeden Fall noch wissen müssen. Also schieß los!

Roland:
Hi Leute! Schaut immer wieder auf unsere Website (http://www.dignityband.com/) oder unsere Myspace Seite (www.myspace.com/dignityband) bezüglich der Live Dates. Über Kommentare freuen wir uns und wir hoffen, bald nach Deutschland zu kommen und mit euch nach dem Gig ein kühles Bier zu trinken!
In diesem Sinne:
Keep on rocking !

Vielen Dank Roland, dass Du Dir die Zeit für das Interview genommen hast. Ich wünsch Euch viel Erfolg mit „Project Destiny“!

(Maik)

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