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magnum2.jpgDie britischen Bombastrocker MAGNUM, die Ende der Achtziger in der Spitze der Szene mitmischten, gehören schon seit ich härtere Töne höre zu meinen absoluten Faves. Mit ihren Songs verbinde ich auch viele persönliche Erinnerungen; nein, das geht euch nichts an. Umso erfreuter war ich als ich vor dem Konzert im Aschaffenburger Colos-Saal am 10.10.2009 die Möglichkeit hatte mit Gitarrist und Bandkopf Tony Clarkin ein Interview zu führen.
Mit dabei dieses Mal mein Bruder, der meine Leidenschaft für die Band von Beginn an teilte. Im Club angekommen war der Soundcheck recht pünktlich beendet. Danach ging es direkt mit den Musikern, die es sich nicht nehmen ließen, schon anwesenden Fans Autogramme zu geben in die Backstageräumlichkeiten im oberen Stockwerk. Dort war für die Crew ein recht lecker aussehendes Büffet aufgebaut, über das sich der Tross umgehend hermachte. Nur Clarkin musste sich noch ein wenig gedulden, wir verweilten nebenan auf einer sehr gemütlichen Couch. Im Verlauf des Gesprächs stellte sich der oft introvertierte Bandleader als redseliger, lustiger, gut aufgelegter und aufgeschlossener Zeitgenosse heraus.

MetalPfälzer: Hallo Tony, zuerst einmal will ich Dir danken, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Für mich ist es eine große Ehre Dich zu treffen, da ich seit mehr als 20 Jahren Fan von MAGNUM bin.

Tony Clarkin: Das ist schön, danke ebenso!

MetalPfälzer: Euer neues Album „Into The Valley Of The Monn King“ ist jetzt ein paar Monate auf dem Markt. Seid ihr mit den bisherigen Reaktionen und Verkaufszahlen zufrieden?

Tony Clarkin: Oh ja, sehr sogar! Ich denke wir haben im Verhältnis so viel verkauft wie seit den 80er Jahren nicht mehr. Seit „Brand New Morning“ können wir mit jedem Album einen weiteren Anstieg verzeichnen. Dass in Zeiten der Wirtschaftskrise immer mehr Menschen unsere Musik hören und auch kaufen, ist schon verwunderlich, aber natürlich großartig für uns. Von daher können wir mehr als zufrieden sein.

MetalPfälzer: Läuft die Tour ebenfalls so gut?

Tony Clarkin: Ja, auch hier läuft es bislang sehr gut. Wir sind ja noch nicht lange unterwegs, waren bisher in Schweden, in Kopenhagen und haben jetzt noch 8 Deutschlandtermine vor uns. Es kamen immer viele Leute zu unseren Shows, was für einen Künstler sicherlich der ideale Lohn ist.

MetalPfälzer: Und wie ordnest Du Euer neues Album in eurer Geschichte im Vergleich zu den Übrigen ein? Meiner Ansicht nach ist es etwas ruhiger, wobei die Entwicklung seit „Brand New Morning“ für mich ohnehin zu ruhigeren Songs verläuft.

Tony Clarkin: Findest Du, ich weiß nicht, schwer zu beurteilen. Von den Texten her finde ich, ist es einer der besten Scheiben, die wir gemacht haben und Texte sind sehr wichtig für mich. Da ich noch zu nahe am Entstehungsprozess dran bin kann ich schlecht abschätzen, ob es härter oder ruhiger ausgefallen ist. Daher kann ich nur über die lyrischen Aspekte reden und ich war sehr inspiriert als ich es schrieb.
Wie ich schon sagte waren da einige der besten Lyrics drauf, die ich je gemacht habe. Überhaupt waren die letzten drei Alben in der Hinsicht sehr gut ausgefallen, bauen sozusagen aufeinander auf. „Brand New Morning“ war damals ein Neustart für uns, „Breathe Of Life“ lief nicht so gut, erst beim Nachfolger fand ich wieder den Spirit richtige MAGNUM-Musik zu komponieren. „Princess Alice… „ führte das fort und „... Mooonking“ ging noch einen Schritt weiter.
Die Arrangements, die Texte, alles wurde komplexer, jetzt nicht unbedingt progressiv (macht eine abwehrende Handbewegung), ich bin sehr glücklich mit dem“… Moonking“-Album. Aber frag mich in zwei, drei Jahren noch mal, dann kann ich Dir sagen, ob es wirklich gut war oder ob ich mich getäuscht habe, momentan fehlt da noch der Abstand.

MetalPfälzer: Du hast bereits das „Breathe Of Life“-Album angesprochen, ein paar Jahre später scheinst Du es nicht mehr so zu mögen. Mir geht es ähnlich, nachdem ich mich nach dem Split über die Reunion gefreut hatte, war ich doch etwas enttäuscht, erst „Brand New Morning“ konnte mich wieder überzeugen.

Tony Clarkin: Auch für mich war „Brand New Morning“ der eigentliche Beginn des MAGNUM-Comebacks. Wir hatten bislang nicht geprobt, gingen unvorbereitet an die Sache heran, hatten keinen festen Schlagzeuger, da Harry (James – Anm. d. Autors) keine Zeit hatte, so dass wir uns teilweise mit Samples behelfen mussten. Ich hatte schon ein paar Songs auf Lager, aber die waren nicht zwangsläufig für MAGNUM, aber Bob (Catley, Sänger – Anm. d. Autors) war auch sofort begeistert, so dass wir es versuchten.
Heute ist es viel einfacher die passenden Songs für MAGNUM zu kreieren, es brauchte einfach ein Album, um das Gefühl wieder zu bekommen. Es ist etwas was Du nicht beeinflussen kannst wenn Du Lieder schreibst. Die Titel auf „Breathe Of Life“ hatten nicht das Herzblut, obwohl darauf ein paar gute Songs enthalten sind, aber erst auf „Brand New Morning“ zeigte das Herz, das MAGNUM ausmacht, weswegen ich es auch genieße die Stücke zu performen.


  "Für mich war „Brand New Morning“ der eigentliche Beginn des MAGNUM-Comebacks."

 Eine Reunion mit Anlaufschwierigkeiten



MetalPfälzer: Nachdem Du die Beziehung zu Bob thematisiert hast, ihr arbeitet nun schon seit fast 40 jahren zusammen. Wie kam es dann zu der Mitte der 90er zu dem Split, zumal ihr bei HARD RAIN weiter zusammen wart?

 

Tony Clarkin: (grübelnd) Ich wollte weiter mit ihm arbeiten, aber etwas anderes machen, was sicherlich ein wenig selbstsüchtig war, denn die Entscheidung betraf auch andere, aber ich hatte zu der Zeit keine große Lust mehr. Einen genauen Grund kann ich Dir nicht geben, warum wir uns auflösten, es war einfach ein Fall von „genug ist genug“ (zuckt mit den Schultern). Es war auch eine schlechte Phase für ClassicRock, wegen dem ganzen Grunge-Boom…

MetalPfälzer und Schorsch: (werfen lachend ein) Wissen wir!

Tony Clarkin: … das machte es noch schwieriger fortzufahren. Die Luft war irgendwie heraus, ich wollte mehr als Produzent arbeiten, aber ich kann mich wirklich nicht mehr erinnern, es war einfach eine Kombination aus Dingen, die einen verrückt machten (mimt kurz einen Abdreher). Das führte dazu, dass wir für sieben Jahre alles verloren, was wir uns erarbeitet hatten, was im Nachhinein ziemlich idiotisch war (lacht), so dass ich mich entschloss wieder das zu tun was ich eigentlich sollte.
Dann war auch damals der Druck des Album-Tour-Album-Rhythmus, der auf uns lastete, aber genau das liebe ich jetzt. Ich liebe es Platten aufzunehmen und noch viel mehr live zu spielen, mehr denn je und viel mehr als in den 80ern. Alles ist lockerer heutzutage, ich mag das, alles entwickelt sich derzeit gut für uns.

MetalPfälzer: Wo wir gerade über die Personalsituation sprechen, Harry James ist zurück in der Band. Wie kam es, dass er bei „Princess Alice And The Broken Arrow“ nicht dabei war?

Tony Clarkin: Ja, auf der letzten Tour war Jimmy Copley unser Schlagzeuger, aber Jimmy ist…, nein, das kann man so nicht sagen, denn er ist ein guter Drummer. Aber Harry war für mich immer erste Wahl, ich rief ihn an, als wir jemanden suchten, er kam vorbei, wir probten und es stimmte von Beginn an, ich mag sein Spiel, Harry mag die Band. Damals war er soweit ich mich erinnern kann mit THUNDER auf Tour, so dass er nicht mit uns unterwegs sein konnte.
Wir kannten Jimmy auch schon eine ganze Weile, also fragten wir ihn, und weil er die Tour spielte gab ich ihm ein paar Demos von „Princess Alice… „, wir saßen dann im Aufnahmeraum und ich fragte, ob er Lust hätte die Scheibe einzuspielen und er war begeistert und machte eine guten Job. Doch dann bekam er die Möglichkeit mit MANFRAD MANN 19 Monate unterwegs zu sein und nahm an, in der Zwischenzeit lösten sich THUNDER auf, ich rief Harry also an und sagte er soll seinen Arsch wieder hierher bewegen (lacht). Tja, jetzt ist Harry wieder dabei, das ist gut so, so lief eben diese Geschichte.


 "In der Zwischenzeit lösten sich THUNDER auf, ich rief Harry also an und sagte er soll seinen Arsch wieder hierher bewegen!"

Besetzungkarussell auf britisch



MetalPfälzer: Harry selbst war glaube ich nicht so glücklich über den THUNDER-Split? Ich sah ihn schon zweimal in diesem Jahr und habe das Gefühl er liebt es auf der Bühne zu sein.

Tony Clarkin: Das kann ich Dir jetzt nicht sagen, klar er spielt sehr gerne, aber das kann er jetzt auch bei uns tun. THUNDER waren eine klasse Band, aber ich darf mich nicht beschweren, die Dinge liefen gut für uns, so wie es war.

Schorsch: Ja, THUNDER waren schon stark, wir haben sie im Winter hier in diesem Club gesehen. Habt ihr schon einmal im Colos-Saal gespielt?

Tony Clarkin: Klar, vier Mal bisher!

Schorsch: Und wie findest Du den Club?

Tony Clarkin: Toll, ich mag es hier zu spielen, ich finde auch die Stadt schön, die Gigs sind hier immer gut, tolles Publikum. Die alten Gebäude und das Schloss schaue ich mir immer gerne an und shoppen lässt sich hier auch gut, wenn man Zeit hat. Heute waren wir wieder unterwegs, in manchen Geschäften kennen mich die Leute sogar, weil sie immer auf unseren Konzerten sind. Es läuft immer gut, wenn wir hier spielen, das einzige was etwas stört, ist die große Hitze auf der Bühne.

Schorsch: Mich fasziniert vor allem der stets gute Sound auf der Bühne, ich bin hier nichts anderes gewohnt.

Tony Clarkin: (scherzt) Oh, wir hatten vorhin Soundcheck, ich denke heute ist der Sound ziemlich mies!

MetalPfälzer: Eher weniger, wir haben viel vom Soundcheck mitbekommen, hörte sich doch ganz gut an!

Tony Clarkin: Haha, Spaß beiseite, auf der Bühne kann man nie wirklich sagen wie der Sound im Publikum ist, aber im Colos-Saal haben wir gute Erfahrungen gemacht. Hier ist es nicht immer so vollgestopft und die Decke ist höher, wodurch der Klang mehr Raum hat.

MetalPfälzer: Wir sind öfter hier und mögen den Club ebenso. In fünf Wochen werden wir uns hier RIVERSIDE anschauen, eine polnische Progrock-Formation, schon mal was davon gehört? Sehr interessant!

Tony Clarkin: Nein, überhaupt nicht, sorry!

MetalPfälzer: Das führt uns zur nächsten Frage. Du bist ja schon so lange im Geschäft, warst ursprünglich von den alten ClassicRock-Acts inspiriert, hast mittlerweile selbst etliche Künstler inspiriert…

Tony Clarkin: (bescheiden) Hm, welche?

MetalPfälzer: Genug, dass ich sie jetzt nicht alle aufzähle. Aber wie steht Tony Clarkin zur aktuellen Musikszene, was hörst Du so privat?

Tony Clarkin: RAMMSTEIN! (erntet Erstaunen und Sprachlosigkeit unsererseits) RAMMSTEIN?

MetalPfälzer: Das finde ich jetzt mal cool!

Tony Clarkin: Ich liebe sie, fantastisch! Jede Nacht in unserem Bus schaue ich mir dasselbe Video von RAMMSTEIN an. Sie sind jetzt nicht gerade magnum1.jpgdie technisch versierteste Band, aber ich mag das Ganze, ich finde den Sänger sehr gut, er hat eine unglaubliche Präsenz, wirklich toll, ich liebe ihn. RAMMSTEIN sind derzeit meine absolute Lieblingsband, auf der letzten Tour hatten wir die Live-DVD vom Berliner Konzert im Tourbus, die absolut fantastisch ist, diese Show, unglaublich!

Schorsch: Hast Du schon das neue RAMMSTEIN – Video gesehen?

Tony Clarkin: Du meinst jenes wo sie in Frankreich spielen? Paris, glaube ich, oder…

Schorsch: Nein nicht die „Völkerball“-DVD, ich meinte das Video zur ersten Single des neuen Albums. Das Video ist bisher nur im Internet veröffentlicht, denn es ist etwas zu sehr…. Porno!

Tony Clarkin: (lacht) Porno? Woher kennt ihr das?

Schorsch: Ist bei uns in Deutschland derzeit in aller Munde!

Tony Clarkin: Ach, das ist doch dieses „Pussy“-Ding, oder? Davon habe ich gehört, muss ich mir mal anschauen! (lacht)

Schorsch: Schon witzig, großartig! (lacht)

Tony Clarkin: Wie ich schon sagte, ich mag die ganze Idee hinter RAMMSTEIN, die Show, alles spektakulär, die Videos, einfach fantastisch! Habt ihr schon ein Konzert von RAMMSTEIN gesehen?

Schorsch: Schon öfter! Ich habe sie sogar einmal gesehen, als sie nicht Headliner waren, sondern nur der Supportact, in den ganz frühen Tagen zu Zeiten ihres Debüts!

Tony Clarkin: Wenn wir wieder zurück in England sind muss ich sehen, dass ich Tickets für Manchester oder Birmingham bekomme. Sollte ich mir nicht entgehen lassen, scheiße, die treten auf der Bühne wirklich Arsch! (lacht laut)

MetalPfälzer: Ich finde diese Einstellung gut, ich mag es wenn die alten verdienten Musiker sich für die neuen Bands und modernere Stilistiken interessieren. Nicht so wie einige andere Bands wie AC/DC, die sich privat nur ihre alten Vinyl-Scheiben aus den 50er und 60ern anhören.

Tony Clarkin: (Schorsch unisono) Die machen das wirklich?

MetalPfälzer: Zumindest werden sie nicht müde, das zu behaupten! 


"Es haute mich direkt um, wow, ja das war mächtig, das war kraftvoll das klang wirklich deutsch!"
 
Clarkin lernt seine neue Lieblingsband RAMMSTEIN kennen


 
Tony Clarkin: Nun gut, ich höre mir eigentlich erst mal alles unvoreingenommen an, es gibt immer etwas Neues zu entdecken. Auf Tour hat man da immer viel Zeit dazu, ich meine wir sind 15 Leute im Bus und jeder hat andere Vorlieben. Da kommt ständig jemand mit einer neuen DVD an und fragt, ob die anderen das kennen. Da ist natürlich viel dabei, was Du noch nicht kennst, bei manchem denkst Du das möchte ich gerne hören oder auch selbst kaufen, im Laufe einer Tournee hat man die Möglichkeit viel zu hören, was man sich normal nicht anschauen würde.

So lernte ich auch RAMMSTEIN kennen, das Album hatte irgendwer gekauft, es landete dann im Player, jemand sagte es wäre eine typisch deutsche Band, also ließen wir es mal laufen. Es haute mich direkt um, wow, ja das war mächtig, das war kraftvoll das klang wirklich deutsch (stampft mit den Fäusten auf die Knie)! Ich denke der Tourbus ist ein wirklich guter Ort, um sich mit Musik zu beschäftigen.

MetalPfälzer: Kann ich mir gut vorstellen. Die meisten Musiker erzählen immer von dem vielen Leerlauf, dem langen warten auf Tour. Die einen vertreiben sich die Zeit mit DVDs anschauen, die anderen mit der X-Box oder ihrem Laptop.

Tony Clarkin: Wir gehören eindeutig zu ersterer Gruppe!

MetalPfälzer: Anderes Thema, im Jahr 2002 hattest Du auf dem „Sweden Rock“ einen Herzanfall…

Tony Clarkin: … war das 2002, schon wieder so lange her?

MetalPfälzer: Ja, ihr hättet damals zwei Wochen später auf dem „Bang Your Head“ spielen sollen, musstet aber deswegen absagen. Ist mittlerweile wieder alles in Ordnung bei Dir und musstest Du etwas in Deinem Leben umstellen?

Tony Clarkin: Ja, ich rauche nicht mehr und trinke auch keine harten Sachen mehr, was ich früher oft machte. Ich war starker Trinker, meist Whiskey, bevorzugt Bourbon, aber ich hatte schon mehr als drei Jahre keinen Drink mehr.
Klar war das zu der Zeit schwer mir darüber bewusst zu werden, es anzupacken damit aufzuhören, doch seit ich mit dem Rauchen aufgehört habe geht es mir viel besser. Es gab in der Folgezeit auch keine Probleme mehr, die Attacke war auch nicht so heftig, also mir geht es gut.


"Klar war das zu der Zeit schwer mir darüber bewusst zu werden, es anzupacken damit aufzuhören, doch seit ich mit dem Rauchen aufgehört habe geht es mir viel besser."
 
Das Alter macht auch vor Rockstars nicht halt
 


MetalPfälzer: Freut mich das zu hören! Stichwort hören, was können wir von der Show heute Abend erwarten?


Tony Clarkin: Weiß nicht, einen guten Sound hoffe ich! (lacht) Einige neue Songs, ich schätze fünf oder sechs Stück…

MetalPfälzer: „Cry To Yourself“ konnten wir beim Soundcheck vernehmen.

Tony Clarkin: Das natürlich, klar! Weiterhin haben wir ein paar Sachen umarrangiert.

MetalPfälzer: Ändert ihr die Setlist allabendlich?

Tony Clarkin: Normal nicht, wir ändern eher etwas an den Songs; auf dieser Tour spielen wir zum Beispiel „We All Run“ mit einem anderen Intro, das meinte ich. Ansonsten kann ich Dir gar nicht genau sagen was alles kommt, manchmal sollte ich mir solche Sachen aufschreiben.

MetalPfälzer: „Don´t Wake The Lion“?

Tony Clarkin: Ja, den spielen wir!

Schorsch: (während sich der Pfälzer diebisch freut) „Kingdom Of Madness“ sicher auch?

Tony Clarkin: Ja, auch, ich glaube ihr kennt die Setlist besser als ich (grinst)!

Schorsch: Habt ihr überhaupt je ein Konzert ohne diese Nummer absolviert?

Tony Clarkin: Oh ja, einmal haben wir auf einer Tour darauf verzichtet, weil es mich allmählich verrückt machte (schüttelt wild mit dem Kopf). Naja, die Kritiken waren dementsprechend: Sind die doof? Sind die wahnsinnig? Wie können die „Kingdom Of Madness“ nicht spielen?“ (fuchtelt wild flehend mit den Armen). Da haben wir ihn ganz schnell wieder ins Set gepackt! (allgemeines Gelächter)

MetalPfälzer: Okay, ich sah mal Page und Plant wie sie nicht „Stairway To Heaven“ spielten (weiter Gelächter). Zurück zum Geschäft, welche Pläne habt ihr nach dem Ende der Tour, evtl. eine DVD veröffentlichen?

magnum3.jpgTony Clarkin: Damit bin ich mir nicht sicher, das einzige was ich weiß, ist dass Universal Records ein Boxset heraus bringen wollen. Darauf wird vor allem altes Material bis soweit ich informiert bin „Brand New Morning“ enthalten sein. Es wird eine Box mit fünf oder sechs CDs, dazu kommt ein 62-seitiges Buch, das Ganze soll „The Gathering“ heißen. Wir haben damit eigentlich nichts zu tun, das kommt von unserem Label, ich selbst würde so etwas momentan nicht machen.
Das Teil dürfte eher für Neueinsteiger und alle, die auf unsere Geschichte zurückblicken wollen interessant sein. Ich kann Dir auch nicht sagen wann es erscheint, wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres. Wir werden ungefähr im August oder September ein neues Album in Angriff nehmen.

MetalPfälzer: Spielt ihr auch ein paar Festivals im nächsten Sommer?

Tony Clarkin: Ich hoffe doch, ich bin gerade dabei etwas zu organisieren, bisher gibt es noch nichts Konkretes. Ich will versuchen etwas in Osteuropa zu bekommen. Und dann würde ich gerne noch mal auf den Festivals, wo wir vor ein paar Jahren schon einmal waren spielen, da sind auch einige bei euch in Deutschland dabei. Das wäre echt gut, dann ist es Sommer, Du hast ein Riesenpublikum, wir arbeiten daran, dass es klappt!

MetalPfälzer: Dann hoffe ich einmal, dass man sich auf einem der Festivals trifft! Ein Open Air hierzulande, welches ich in dem Jahr zum ersten Mal besucht habe, auf dem ihr gut ins Programm passen würdet, nicht eines der ganz großen, ist das „Rock Of Ages“.

Tony Clarkin: Da waren wir sogar schon, vor zwei oder drei Jahren, nettes Festival in der Tat. Das „Sweden Rock“ mag ich auch sehr gerne, da waren wir zuletzt 2005, soweit ich mich erinnere.

MetalPfälzer: Da war ich in diesem Jahr ebenfalls, finde ich total klasse, schönes Ambiente, nicht zu voll, gute Stimmung und ein phantastisches Billing. Ich mein, wo sieht man sonst noch IN FLAMES, FOREIGNER, UFO und MARILLION an einem Tag? Da gibt es alles von ganz altem Blues, über Prog, Achtzigerzeug bis hin zu extremem Metal, genau meine Mischung!

Tony Clarkin: Ich denke auch, dass ein kreuz und quer gemischtes Programm den Leuten besser gefällt als die Festivals, die sich eher auf einen Stil beschränken. Nimm doch mal die Thrashmetalevents, das geht den ganzen Tag „rattatarattata“ (spielt dazu Luftgitarre), das hat Power geht nach vorne, aber nach einer Band ist für mich genug, zumal ich die ohnehin kaum unterscheiden kann.
Als wir mal in Deutschland auf der Loreley gespielt haben gab es da noch eine Reggae-Band, eine Blues-Band, eine Rock-Band, eine Prog-Band, eine Folk-Band, eine britische Band, eine amerikanische Band, usw. das finde ich großartig. Ich meine, die Leute schauen sich nicht alles an, aber es ist ein sehr interessantes Musikereignis. In England kennt man so etwas auch überhaupt nicht, aber ich finde so sollte die Musikszene einfach sein.

MetalPfälzer: Ein gutes Schlusswort für das Interview finde ich! An dem Punkt möchte ich mich noch einmal bei Dir bedanken und wünsche Dir eine gute Show heute Abend und einen guten Appetit!

Tony Clarkin: Oh ja, danke, ich werde es mir schmecken lassen! Wir sehen uns nachher!

MetalPfälzer: Mit Sicherheit! Wir beide werden jetzt ebenfalls was essen gehen, in einem Restaurant in der Nähe warten unsere Freundinnen, wenn alles gut geht, kommt das Essen direkt wenn wir dort ankommen auf den Tisch!

Tony Clarkin: Dann wünsche ich ebenso guten Appetit!

 

Weiterhin gilt mein Dank Olly Hahn von SPV und der Tourmanagerin Annie Minnon!

Alle Photos von MetalPfälzer!

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