subsignal1.jpgEs kann nur eines geben! Gemeint ist in diesem Falle das ALBUM DES JAHRES, das meiner bescheidenen Meinung nach nur von einer einzigen Band kommen kann: SUBSIGNAL! Die Band um Markus Steffen und Arno Menses, die wie Phönix aus der Asche von SIEGES EVEN aufgestiegen sind, um an Meisterwerke wie „The Art Of Navigating By The Stars“ oder „Paramount“ anzuknüpfen, hat diesen Titel redlich verdient. Die 60 Minuten von „Beautiful & Monstrous“ (Review) sind ein Spiegelbild der Schönheit von Musik – viel mehr kann man nicht erreichen!
Grund genug ein Interview mit der Band, genauer gesagt mit dem niederlämdischen Sänger Arno Menses (der Herr ganz links), zu führen, der mir in fast perfektem deutsch antwortete!
 

Maik: Erst einmal möchte und muss ich Euch zu „Beatiful & Monstrous“ gratulieren. Die Reaktionen von Seiten der Presse sind wahrlich euphorisch und auch ich kann ganz ehrlich sagen, dass mich in diesem Jahr kein anderes Album emotional so sehr berührt hat wie „Beautiful & Monstrous“. Hättet Ihr vor Veröffentlichung Eures Debütalbums damit gerechnet, dass es SO gut angenommen wird? Ihr seid derzeit in aller Munde!

Arno: Vielen Dank! Was Du da gesagt hast, dass es Dich emotional berührt hat, ist für mich das Wichtigste! Genau das bedeutet Musik für mich: Emotion. Ja klar, wir alle sind sehr stolz auf "Beautiful & Monstrous" und das gute Feedback. Es war für uns wichtig, dass uns die Leute nicht als SIEGES EVEN II abstempeln. Wir haben unsere eigene Identität und klingen hoffentlich auch nicht wie andere Bands im Progbereich. Ich hatte gedacht, dass vielen die Kombination von Prog und AOR nicht sonderlich gefällt, weil es nicht der typische „hoch intelligente“ Prog ist. Aber viele scheinen unsere Art von Musik doch zu akzeptieren. Das ist cool, aber erwartet haben wir das sicher nicht.
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Maik: Musikalisch unterscheidet Ihr Euch mit SUBSIGNAL ein wenig von der Vorgängerband SIEGES EVEN. Auf eine gewisse Art und Weise habt Ihr Euch mit „Beautiful & Monstrous“ genau zwischen die Stühle gesetzt, finde ich. Das heißt Ihr dürftet inzwischen sowohl aufgeschlossenen Metalfans wie aufgeschlossene „Radiohörer“ mit Eurer Musik ansprechen können. Wie stehst Du zu dieser Aussage und war diese Entwicklung beabsichtigt?

Arno: Ja, da hast du Recht. Wir haben das mit Sieges schon versucht, aber nur bedingt erreicht. Mit SUBSIGNAL wollen wir schon innovative Musik schreiben. Aber nicht zum Selbstzweck. Die Melodie und der Song an sich interessieren uns vornehmlich. Klar, wir wünschen uns, wie jede Band, auch im Radio gespielt zu werden. Und ich denke, dass ein guter "sing-along-Chorus" nicht gleichbedeutend mit künstlerischem Ausverkauf ist.


Maik: Daran anschließend – in welche Schublade würdest Du SUBSIGNAL denn stecken, wenn Du müsstest; ich weiß, Bands mögen dieses Schubladendenken ja normalerweise nicht so.


Arno: Wenngleich wir uns nicht in eine Schublade stecken würden, verstehen wir Schubladendenken natürlich. Irgendwie muss man ja über Musik kommunizieren. Insofern haben wir damit kein Problem. Wir haben sicherlich Elemente aus dem Progrock kombiniert mit AOR/Melodic Rock und Metal und Heavyrock. Aber ich kann nur sagen, dass Zappa recht hatte, als er sagte: „Es gibt nur 2 Arten von Musik……gute und schlechte“!

Maik: Was hat es denn mit Eurem Bandnamen auf sich? Wie kamt Ihr zu SUBSIGNAL und was bedeutet dieser eigentlich?

Arno: Ich bin ehrlich gesagt beim Surfen im Internet auf den Namen gestoßen. Ich könnte Dir jetzt natürlich eine ganz philosophisch aufgeladene Exegese des Namens auftischen, aber leider ist es so banal: Ich fand einfach, dass er cool klang, kurz und prägnant war. Eben nicht wie SIEGES EVEN Zwinkernd. Der Name SUBSIGNAL kommt übrigens aus dem Audiobereich und ist ein terminus technicus.

Maik: Laut Pressetext beschreibt Ihr Eure Musik mit den Worten „melancholisch, innovativ, emotionell und melodisch“! Ich finde diese Umschreibung passt perfekt. Was denkst Du, wie oder an welchen Stellen sich diese Worte in Euren Songs widerspiegeln?

Arno: Wie gesagt, das Wort “Emotion” umfasst für mich das vollständige Konzept von Musik für mich. Wir versuchen das auch mit unseren Songs musikalisch umzusetzen. Melancholisch und melodisch waren wir sicherlich auch schon bei SIEGES EVEN. Hier haben wir es aber einen Schritt weiter getrieben. Das, was man in unserer Musik als melancholisch beschreiben könnte, stammt zu größten Teil aus der Feder von Markus. Seine Art zu Schreiben hatte mich schon auf SIEGES EVEN’s " A Sense Of Change" Album fasziniert. Und innovativ bedeutet in unserem Fall, dass wir versuchen, nicht das Offensichtliche zu tun, d.h. nicht einfach einen AOR-Song oder einen typischen Progrock-Song zu schreiben, sondern beide Arten möglichst sinnvoll Hand in Hand gehen zu lassen.

Maik: Die Musik von „Beautiful & Monstrous“ hast Du zusammen mit Markus quasi im Alleingang komponiert. Die anderen Bandmitglieder kamen dann erst anschließend zur Band. Werdet Ihr dieses Arbeitsschema in Zukunft beibehalten oder werdet Ihr die neuen Songs sozusagen als „Einheit“ komponieren? In dem Zusammenhang: Habt Ihr bereits mit dem Songwriting für's nächste Album begonnen?

Arno: Auf der nächsten CD werden sicherlich alle Bandmitglieder stärker in das Songwriting einbezogen. Aber ich denke nicht, dass wir gemeinsam, im Sinne einer im Übungsraum schreibenden Band arbeiten werden. Das ist zu zeitaufwändig und das Resultat stellt fast nie zufrieden. Wir werden so weiterarbeite wie bisher: Songs schreiben und sie dann an die anderen als MP3s zur Weiterbearbeitung schicken. Nur eben mit dem Unterschied, dass dieses Mal alle beteiligt sein werden. David etwa hat bereits einen sehr starken Track abgeliefert, der vermutlich das Titelstück der nächsten CD sein wird. Insgesamt haben wir bereits 6 bis 7 Tracks fertig, an denen aber noch Detailarbeit zu tun sein wird.

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Maik: „Beautiful & Monstrous“ ist jetzt kein Konzeptalbum im herkömmlichen Sinne, das einen roten Faden hat. Trotzdem scheinen die Texte nicht nur Beiwerk zur Musik zu sein, sondern viel mehr als das. Kannst Du mir und unseren Lesern zumindest grob etwas mehr über den textlichen Inhalt der „Beautiful & Monstrous“ Songs erzählen?

Arno: Das ist eine schwere Frage. Markus schreibt meist aus einem eher persönlichen Standpunkt, versucht aber die Texte möglichst offen zu gestalten, so dass der Hörer seine eigenen Geschichten und Bilder entstehen lassen kann.

Maik: In diesem Zusammenhang finde ich es interessant, dass die Titelzeile „Beautiful & Monstrous“ gar nicht im eigentlich Titelsong auftaucht, sondern im Song „The Sea“, was mich zu Beginn ein wenig verwirrt hat ;-) Was hat es damit denn auf sich?

Arno: Haha, das ist Prog, darling!

Maik: Euer Debütalbum erschien Ende September bei Goldencore Records. Wie seid Ihr eigentlich bei Goldencore Records gelandet? Dieses Label ist in der Vergangenheit nicht gerade durch ein Faible für progressive Musik aufgefallen.

Arno: Für uns war es nicht wichtig ein Label zu finden, dass sich mit progressiver Musik auskennt. Für uns war es wichtig, ein Label zu finden, dass hinter unserer Musik steht. Den Eindruck hatte ich mit SIEGES EVEN in der Vergangenheit nicht immer. Das sieht man auch an der Art, wie Golden Core unser Album präsentieren: Als normale CD, als limited Edition und als Dopplevinyl. So etwas haben wir uns auch immer mit SIEGES EVEN vorgestellt, aber durchsetzbar war es beim damaligen Label leider nicht. Und darüber hinaus haben Golden Core einfach das beste Angebot gemacht.

Maik: Die limitierte Version von „Beautiful & Monstrous“ enthält mit „Rain Is The Most Beautiful Colour“ einen Bonussong, der sich nicht hinter den restlichen neun Songs verstecken muss. Bonustracks sind heutzutage wirklich nichts Neues mehr und gehören quasi zum Tagesgeschäft dazu, aber warum gerade dieser Song?

Arno: Der Song hatte gerade für Markus eine wichtige Bedeutung. Er hatte ihn seinerzeit für SIEGES EVEN angeboten. Aber die damalige Bandpolitik hat es verhindert, dass der Song überhaupt in Betracht gezogen wurde. Du kannst Dir vorstellen, dass Markus darüber nicht erfreut war. Es war ja nur ein Angebot, über das man hätte diskutieren sollen. Aber gut, so hat es der Song doch noch auf ein Album geschafft. Und ich finde, er macht sich als Bonustrack ausgesprochen gut. Auch live kommt er bislang wunderbar an.

Maik: „Beautiful & Monstrous“ ist auch als spezielle Vinylversion erschienen mit vier zusätzlichen Demosongs, ist also derzeit in mindestens dreifacher Aufmachung erhältlich. Wie stehst Du eigentlich im allgemeinen zu dieser Thematik oder zu Wiederveröffentlichungen?

Arno: Ich finde es wichtig, dass man den Leute eine wertige Auswahl eines Albums anbieten kann. Entscheiden muss dann jeder für sich. Aber ich finde es schon bemerkenswert, dass Golden Core von sich aus die Doppelvinylversion machen wollten. Wiederveröffentlichungen sind ein anderes Thema. Wenn sich dabei kein Mehrwert ergeben sollte, z.B. ein neuer Mix oder unveröffentlichte Songs, dann ist das in meinen Augen sinnlos.

Maik: Vielleicht zwischendurch mal zwei Fragen zu Deiner Person. Hast Du eigentlich eine Gesangsausbildung oder so etwas Ähnliches hinter Dir? Ich finde Deine Stimme macht einen sehr professionellen und geschulten Eindruck und kann nicht nur bei mir immer wieder für eine Gänsehaut sorgen.

Arno: Haha, the answer is short and simple...NEIN! Ich hatte ein dreiviertel Jahr Unterricht bei einem Gesangspädagogen, und das war es! Und das hört man auch, ich bin weit, weit weg von einem guten Sänger. Ich versuche viel zu singen und zu verstehen, was meine Idole auf Platte und live machen...und es funktioniert noch immer nicht hahaha. Vielleicht wird mir ein Vocal-Coach in der Zukunft weiterhelfen. Aber vielen Dank für dein Kompliment.

Maik: Wie bist Du damals eigentlich zu SIEGES EVEN gekommen? Ich meine, ohne Deine Mitarbeit bei den letzten beiden SIEGES EVEN Alben, gäb's vermutlich heute SUBSIGNAL nicht.

Arno: Nein, genau. Hätte ich Markus nicht kennengelernt, gäbe es heute kein SUBSIGNAL. SIEGES EVEN, die damals unter dem Namen Looking Glass Self arbeiteten, suchten einen Sänger, und ich habe mich über die Website bei Markus beworben, nur mit einem Demo eines Kansas-Covers, das ich einige Jahren früher aufgenommen hatte. Die Jungs fanden es cool und 2 Monate später war ich in München im Studio zusammen mit ihnen.

Maik: Kommen wir in diesem Zusammenhang zu einer vielleicht etwas merkwürdigen Frage. Bei SIEGES EVEN warst Du der einzige Nicht-Deutsche in der Band. Bei SUBSIGNAL hast Du mit Roel Van Helden einen Landsmann dabei. Wie kam es dazu und hast Du den Kontakt zu Roel hergestellt?

Arno: Roel hat sich bei uns über unsere Myspace-Seite beworben. Ich kannte Roel persönlich nicht, dafür aber seine Band SUN CAGED, die eine der besten Prog Bands aus Holland ist. Ich hatte schon Kontakt mit deren Gitarristen Marcel Coenen und wusste genau, was Roel van Helden kann und wie er spielt. Er hat uns gleich einige seiner Interpretationen als Demo geschickt. Die waren allesamt klasse und er unser Drummer Lächelnd.

Maik: Kommen wir mal zu einem anderen Thema – die Bühne. Ihr habt jetzt die ersten Shows mit SUBSIGNAL hinter Euch. Wie liefen diese und was plant Ihr so für die Zukunft, aktuell stehen noch keine neuen Termine fest.

Arno: Ok, wir arbeiten noch daran, eine gute Liveband zu werden, aber mit jeder Show geht es besser. Das Spielerische, der Gesang, die Perforamce etc. Jede Show war bis jetzt ein großer Erfolg. Das Publikum war happy, hat mitgeklatscht und mitgesungen, gelacht, geweint haha… Und überraschenderweise kannten sie die Songs bereits gut!! Also, alles funktioniert! Unser Management arbeitet derzeit sehr, sehr hart für uns. Und es sieht so aus, als würden wir im April 2010 auf Europatournee gehen.

Maik: Ich wollte eigentlich in diesem Interview das Thema SIEGES EVEN so gut es geht ausklammern. Eines würde mich im Zusammenhang mit Euren Liveshows aber dennoch interessieren. Ihr habt bei den vergangenen Konzerten auch einige SIEGES EVEN Songs gespielt. Nur ein Muss, um das Set „vollzubekommen“ oder plant Ihr diese auch in Zukunft noch zu bringen?

Arno: Momentan spielen wir noch Songs, die für Markus und mich wichtig sind, z.B. "Eyes Wide Open", "The Lonely Views of Condors", "Tidal", "Unbreakable". Die werden sicher noch eine Zeitlang im Set bleiben. Aber mit der Zeit werden wir uns auf unser eigenes Material konzentrieren.

Maik: Das Jahr 2009 neigt sich so langsam aber sicher dem Ende entgegen. Was waren denn Deine musikalischen Highlights des Jahres?

Arno: Für mich natürlich "Beautiful & Monstrous". Die Presse war mehr als positiv, ebenso die Reaktionen der Fans. Und die Platte verkauft sich gut. Aber das Wichtigste: Es ist Markus und mir gelungen, in nur einem Jahr eine Band zu formieren, eine Platte zu schreiben, diese aufzunehmen und zu veröffentlichen. Und nicht zuletzt waren unsere Konzerte absolute Highlights für mich.

Maik: Damit sind wir auch schon fast am Ende des Interviews angekommen. So kurz vor Schluss würde mich noch interessieren, welche Ziele Ihr Euch mit SUBSIGNAL für die nächsten Jahre gesetzt habt? Oder lasst Ihr alles einfach auf Euch zukommen und wartet ab, was passiert?

Arno: Nein, wir haben viele Ziele: Nächstes Jahr touren und vielleicht noch die Festivals mitnehmen; neue Songs schreiben und eine neue Platte aufnehmen. Danach sehen wir, was passiert.

Maik: Wie bei unserem Magazin so üblich, darfst Du jetzt das loswerden, was unsere Leserinnen und Leser auf jeden Fall noch wissen müssen!

Arno: Ok, aber es ist wichtig, dass du es geheim hälst!!! Spanien kommt bestimmt nächstes Jahr in die EU!

Maik: Vielen Dank Arno, dass Du Dir die Zeit für das Interview genommen hast. Ich wünsche Euch noch viel Erfolg mit „Beautiful & Monstous“ und freue mich bereits darauf, Euch hoffentlich im nächsten Jahr live zu sehen!

Arno: Danke dir, hat Spaß gemacht, hoffentlich bis bald.

Alle Bilder: www.subsignalband.com

(Maik)
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