hammerfall revolutionnb mehrfachwertungIch weiß nicht, ob das bereits diskutiert worden ist, aber man kann durchaus die Frage aufwerfen, ob eine Band wie HAMMERFALL so erfolgreich geworden wäre, wenn ACCEPT Ende der Neunziger Jahre existent und qualitativ hochwertigen Stahl wie „Stalingrad" oder aktuell „Blind Rage" veröffentlicht hätte. ACCEPT erleben inzwischen ihren dritten Frühling, HAMMERFALL hingegen schwächeln seit fast zehn Jahren und konnten mit „Chapter V: Unbent, Unbowed, Unbroken" (2005), „Threshold" (2006), „No Sacrifice, No Victory" (2009) und „Infected" (2011) nur teilweise begeistern.

Von daher ist es sicherlich für die Schweden nicht der optimale Zeitpunkt ihr neuntes Studioalbum „(r)Evolution", für mein Dafürhalten ein etwas abgegriffenes Wortspiel, zeitlich unmittelbar nach „Blind Rage" zu veröffentlichen. Dass Oscar Dronjak, Joacim Cans und die drei weiteren Mitstreiter da das kürzere Streichholz ziehen, liegt auf der Hand, dass sie den direkten Vergleich aber haushoch verlieren, macht einen schon nachdenklich; gerade wenn man die Band seit der Zeit von „Glory To The Brave" (1997) kontinuierlich verfolgt hat.

Ich habe mir sogar extra den kompletten Backkatalog der Schweden reingepfiffen, um mich in die richtige Stimmung zu bringen und um „(r)Evolution" richtig einordnen zu können, und dabei festgestellt, dass es zu den Anfängen der Band noch so etwas wie die Deutsche Mark gegeben hatte, aber wenn man nun „(r)Evolution" mit „Legacy Of Kings" und „Glory To The Brave" vergleicht, dann liegen da qualitativ Welten dazwischen.

Damit aber genug gemeckert, denn wenn man „(r)Evolution" ein paar Mal gehört hat, stellt man fest, dass HAMMERFALL zumindest alles probiert haben, um den alten Spirit wieder aufleben zu lassen. Nach dem leicht modernen Anstrich von „Infected", der meiner Meinung nach der Band gar nicht schlecht zu Gesicht gestanden hat, zetteln HAMMERFALL auf „(r)Evolution" weder einen Umsturz an, noch bewegen sie sich weiter in die eingeschlagene Richtung, sondern machen vielmehr eine kleine Rolle rückwärts zu ihren Anfangstagen, ohne so weit zu gehen, ein liebloses „Legacy Of Kings II" aufzuwärmen.

Direkt den Opener widmet man in Form von „Hector's Hymn" diesem hammerschwingenden Typen, der einem auch dieses Mal wieder auf dem Cover begegnet. Sicherlich einer der schlechtesten HAMMERFALL Texte aller Zeiten, aber das Ding ist wirklich eine Hymne, genau wie im weiteren Verlauf „Origins" und „Ex Inferis", die diese Templergeschichten wieder ins Bewusstsein führen. „Winter Is Coming" schlägt als Ballade eine Brücke zum Titelstück von „Glory To The Brave" und zu „The Fallen Ones" (Schlusstrack von „Legacy Of Kings") und auch „Bushido" weiß trotz seines hierzulande etwas ungeschickt gewählten Titels zu gefallen. Gleiches gilt für das pragmatisch betitelte „We Won' Back Down", insgesamt besteht „(r)Evolution" aus einer guten Mischung aus schnellen, langsamen und Mid-Tempo Stücken.

Das ist soweit der starke Teil von „(r)Evolution", denn mit „Evil Incarnate" und „Wildfire" (klingt wie DRAGONFORCE in schlecht) hat man im hinteren Drittel erneut zwei Songs dabei, die verzichtbar sind, und auch bei dem netten Tautogramm „Life Live Loud" kratzt man sich am Kopf und fragt sich, ob es einen Song dazu gebraucht hätte.

Versucht man das Gehörte zusammenfassend zu reflektieren, dann mag „(r)Evolution" so etwas wie ein Konsensalbum sein, das eigentlich allen HAMMERFALL Anhängern gefallen sollte und das auch besser ist als alles, was die Band seit „Crimson Thunder" (2002) veröffentlicht hat. Es hat aber wie dargelegt auch einige Schwachpunkte zu viel, um als Glanzlicht durchzugehen, vielleicht gelingt den Schweden ja mit ihrem zehnten Album der erhoffte Befreiungsschlag. (Maik)

Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 49:36 min
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichungstermin: 29.08.2014

Wertung der Redaktion
 Pascal  Pfälzer  Andreas Matthias  Klaus Ralf Sebastian
 6  7,5  6 6,5  7  6
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